Weiterentwicklung und Innovation der Live Navigation auf Basis von Nutzungsbedürfnissen

Autorin: Sophie Weckemann

Warum wir Live Navigation entwickelt haben

Mobimeo hat den Com­pan­ion, die Live Nav­i­ga­tion für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmit­teln, in der BVG Fahrin­fo-App gelauncht, um Nutzer:innen auf der Fahrt von A nach B zuver­läs­sig an ihr Ziel zu begleit­en. Der Com­pan­ion ken­nt die beste Verbindung für die Nutzer:innen und benachrichtigt sie über Störun­gen, die auf der Fahrt auftreten kön­nen. Bei uner­warteten Unter­brechun­gen schlägt das Live Nav­i­ga­tion-Fea­ture die besten Alter­na­tiv­en vor und bringt Nutzer:innen schnell und entspan­nt ans Ziel.

Vor dem Roll-out der Live Nav­i­ga­tion wurde das Fea­ture mit ein­er Gruppe von Beta-Nutzer:innen getestet, um Benutzer­fre­undlichkeit und Nutzen zu über­prüfen. Nach der Ein­führung des Fea­tures kon­nten die Nutzer:innen über eine In-App-Umfrage weit­er­hin ihr Feed­back geben. Das hat uns geholfen, auch nach dem Launch die Nutzungser­fahrun­gen bess­er zu verstehen.

Sowohl durch die Beta-Tests als auch durch die In-App-Umfrage haben wir Feed­back gesam­melt, das ein Bedürf­nis der Nutzer:innen aufzeigt, das wir mit dem Live Nav­i­ga­tion-Fea­ture noch nicht erfüllen kon­nten: eine intu­itive Begleitung der Nutzer:innen zu und von der jew­eili­gen Sta­tion, sowie z. B. inner­halb größer­er Bahn­höfe und um die Hal­testelle herum.

Auf­grund des Erfol­gs des Com­pan­ions woll­ten die Pro­dukt- und Design-Teams außer­dem das Live Nav­i­ga­tion-Fea­ture aus­bauen, um die Begleitung der Nutzer:innen weit­er zu verbessern.

Wie wir vorgehen, um Innovationen für die Live Navigation zu entwickeln

Nutzungszen­tri­erte Pro­duk­ten­twick­lung bedeutet nicht, direkt das umzuset­zen was die Nutzer:innnen ver­lan­gen. Sie bedeutet, die Bedürfnisse hin­ter den Wün­schen der Nutzer:innen zu verstehen.

Um den Nutzer:innen das best­mögliche Nav­i­ga­tion­ser­leb­nis zu bieten, woll­ten wir umfassend unter­suchen, wie Men­schen sich auf unbekan­nten Routen fort­be­we­gen. Wir woll­ten her­aus­find­en, welche Strate­gien sie anwen­den, nach welchen Infor­ma­tio­nen sie suchen, was ihre Her­aus­forderun­gen sind und welche Art von Unter­stützung ihnen helfen kann, um mit noch weniger Aufwand an ihr Ziel zu kommen.

Das User-Expe­ri­ence-Research-Team von Mobimeo hat diese Fra­gen auf mehrere Nutzungsszenar­ien über­tra­gen: im Zusam­men­hang mit Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmit­teln, auf zu Fuß zurück­gelegten Wegen und bei der Nutzung von Mikro-Mobil­ität (Fahrräder und Kick-Scoot­er). Um die Fra­gen zu beant­worten, haben wir uns entsch­ieden, sowohl explo­rative Inter­views durchzuführen, als auch einen Pro­to­typ ein­er Weit­er­en­twick­lung des Live Nav­i­ga­tion-Fea­tures zu testen.

Charak­ter­is­ti­ka unseres Research Samples

Wichtige Studienergebnisse zur Live Navigation in öffentlichen Verkehrsmitteln 

In den Inter­views haben wir fest­gestellt, dass Nutzer:innen bei bes­timmten Etap­pen ihrer Fahrt  regelmäßig auf Prob­leme stoßen, ins­beson­dere wenn sie auf ein­er unbekan­nten Route in ihrer Stadt unter­wegs sind. Sie ste­hen vor der Her­aus­forderung, sich bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmit­teln, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Kick-Scootern schnell zu ori­en­tieren. Dabei bieten ihnen herkömm­liche Karten-Apps offen­sichtlich nicht die notwendi­gen Informationen.

Sich nicht zu ver­laufen ist ein wesentlich­es Bedürf­nis. Die Nutzer:innen ver­suchen, vorauss­chauend zu pla­nen und unternehmen erhe­bliche Anstren­gun­gen, um auf Fahrten durch die Stadt eine gute Ori­en­tierung zu gewin­nen und immer wieder auf dem Laufend­en zu bleiben.

Men­schen nutzen kom­plexe Strate­gien, um ihren Weg zu find­en. Sie ver­ar­beit­en kon­tinuier­lich kon­textbe­zo­gene Infor­ma­tio­nen, machen unbe­wusste Pri­or­isierun­gen und tre­f­fen Entschei­dun­gen. Das führt zu inten­sivem – und anstren­gen­dem – “Mul­ti­task­ing”, während sie sich von A nach B bewe­gen. Dabei nutzen sie Ori­en­tierungspunk­te wer­den, um die richtige Rich­tung zu bes­tim­men: neben Fak­toren wie geografis­chem Wis­sen und früheren Erfahrun­gen sind das auch soziale Hin­weise, beispiel­sweise welche Rich­tung andere Men­schen beim Ausstieg aus einem Verkehrsmit­tel einschlagen.

Als Hil­f­s­mit­tel dienen ver­schiedene Karten-Apps, um Hin­weise zu find­en und zu inter­pretieren. In ihrem aktuellen Funk­tion­sum­fang deck­en diese Apps die Bedürfnisse von mobilen Nutzer:innen in Städten jedoch nicht voll­ständig ab. Nutzer:innen benöti­gen ein hohes Maß an Daten­ge­nauigkeit und Zuver­läs­sigkeit bei der Art und Weise, wie sie begleit­et wer­den. Wichtig ist auch, dass in vie­len Fällen die Unter­stützung für gängige Anwen­dungs­fälle täglich­er Fahrten unzure­ichend erk­lärt wird.

In Anbe­tra­cht der Kom­plex­ität der Auf­gabe, die die Nutzer:innen zu bewälti­gen haben, zeigte der Test des Pro­to­typen des Live Nav­i­ga­tion-Fea­tures, dass das Design des Fea­tures eine Vielzahl von Infor­ma­tio­nen in ein­er sehr struk­turi­erten und syn­chro­nisierten, aber den­noch intu­itiv­en und radikal ein­fachen Weise bere­it­stellen muss.

Unser nutzungszentrierte Ansatz zur Entwicklung digitaler Produkte

Ein wirk­lich nutzungszen­tri­ertes Ange­bot ist nur möglich, wenn die Bedürfnisse der Nutzer:innen genau evaluiert und berück­sichtigt wer­den. Bei Mobimeo wollen wir ver­ste­hen, auf welche Her­aus­forderun­gen unsere Nutzer:innen bei ihrer Fahrt durch die Stadt stoßen, damit wir unsere Pro­duk­te weit­er­en­twick­eln und einen Mehrw­ert für die Nutzer:innen schaf­fen kön­nen. Damit kom­men wir unser­er Vision wieder ein Stück näher: Nutzer:innen zuver­läs­sig in Sit­u­a­tio­nen zu begleit­en, in denen sie es brauchen, und die Fort­be­we­gung in Städten mit nach­halti­gen Verkehrsmit­teln zu erleichtern.

Live Navigation — Nutzungs- und Marktbedürfnisse als Grundlage der Produktentwicklung

Autorin: Anna Fil­by, Dig­i­tal Trainee
Anna ist Dig­i­tal Trainee bei der Deutschen Bahn mit dem Schw­er­punkt neue Mobil­ität und Pro­duk­tin­no­va­tion. In ihrer zweit­en Praxis­sta­tion arbeit­ete sie bei Mobimeo im Bere­ich Mar­ket­ing und Kom­mu­nika­tion. Anna ist davon überzeugt, dass das Ver­ständ­nis für die Bedürfnisse der Nutzer:innen eine große Chance bietet, die Art und Weise, wie wir uns in Städten bewe­gen, neu zu gestalten.

Das Problem, das wir lösen 

In Deutsch­land sind die Men­schen rund 80 Minuten pro Tag unter­wegs. Dabei leg­en sie beson­deren Wert auf Zugang zu aktuellen Infor­ma­tio­nen und gute Ori­en­tierung – wo immer sie sind (Quellen: Mobimeo Mobil­itäts­bericht 2017; Infas Mobil­ität in Deutsch­land 2017). Darüber hin­aus wollen die Nutzer:innen vor und während ihrer Fahrt begleit­et wer­den und mit unvorherge­se­henen Ereignis­sen umge­hen kön­nen. In größeren Städten kann das Ange­bot an öffentlichen Verkehrsmit­teln, ins­beson­dere auf unbekan­nten Streck­en, über­wälti­gend sein. Das kann dazu führen, dass Men­schen lieber ihr pri­vates Auto nehmen, statt nach­haltige Mobil­ität­sop­tio­nen wie öffentliche Verkehrsmit­tel zu nutzen. Zusät­zlich schätzen es Nutzer:innen, wenn sie sowohl auf ver­traut­en als auch auf unbekan­nten Streck­en mit einem guten Gefühl (“peace of mind”) unter­wegs sein kön­nen. Auf ver­traut­en Streck­en wollen sie sich entspan­nen und sich­er sein, dass sie ihren Ausstieg nicht ver­passen. Auf unbekan­nten Streck­en wollen sie beson­ders sich­er von A nach B begleit­et werden.

Wir bei Mobimeo haben auf der Grund­lage dieser Erken­nt­nisse ein Fea­ture entwick­elt, das die Nutzer:innen öffentlich­er Verkehrsmit­tel durch die Stadt begleit­et, und ihnen dabei Ori­en­tierung und Sicher­heit bietet.

Entspannt ankommen mit dem Companion, unserem Navigationssystem für öffentliche Verkehrsmittel

Der Com­pan­ion begleit­et Nutzer:innen zuver­läs­sig an ihr Ziel. Er ken­nt nicht nur die beste Verbindung, son­dern navigiert Nutzer:innen – wie ein Nav­i­ga­tion­ssys­tem im Auto – Schritt für Schritt von A nach B. Dank proak­tiv­er über­mit­tel­ter Infor­ma­tio­nen während der Fahrt sind Nutzer:innen immer gut informiert und kön­nen sich­er sein, den richti­gen Weg zum Ziel zu find­en. Bei uner­warteten Unter­brechun­gen schlägt der Com­pan­ion die besten Alter­na­tiv­en vor und bringt Nutzer:innen so auch in diesem Fall schnell an ihr Ziel.

Produktentwicklung bei Mobimeo 

Unser Pro­duk­ten­twick­lung­sprozess fol­gt einem iter­a­tiv­en Ansatz. Dieses Mod­ell ermöglicht es uns, ein tiefes Ver­ständ­nis für die Bedürfnisse der Nutzer:innen zu erlan­gen und darauf auf­bauend schnell Pro­to­typen zu entwick­eln und zu testen. In den fol­gen­den Abschnit­ten zeigen wir, wie wir unser Live Nav­i­ga­tion-Fea­ture im Ver­lauf der ver­schiede­nen Schritte der Pro­duk­ten­twick­lung immer weit­er verbessern.

01 Dis­cov­er – Grundle­gende Nutzungs­bedürfnisse analysieren

In der Dis­cov­er- oder Explo­rationsphase analysieren wir die Nutzungs­bedürfnisse und erkun­den den Raum für Inno­va­tio­nen. Wir führen Stu­di­en durch, um die typ­is­chen Nutzer:innen zu bes­tim­men und unser Leis­tungsver­sprechen dieser Gruppe gegenüber zu definieren.

Bei einem Blick auf die Nutzer:innengruppe für Live Nav­i­ga­tion und ihre Bedürfnisse haben wir her­aus­ge­fun­den, dass sie eine Vielzahl von Infor­ma­tio­nen über ihre Route benötigt. Sie schätzt Echtzeit­in­for­ma­tio­nen, wenn sie mit öffentlichen Verkehrsmit­teln unter­wegs ist – z. B. Umsteigemöglichkeit­en, voraus­sichtliche Ankun­ft­szeit­en und Hil­fe, z. B. bei Ver­spä­tung öffentlich­er Verkehrsmittel.

Während wir die Nutzungs­bedürfnisse unter­suchen, sind wir ständig auf der Suche nach neuen Anwen­dungs­fällen. Beispiel­sweise haben wir vor kurzem eine Studie durchge­führt, um die Anforderun­gen an Live Nav­i­ga­tion während der Nutzung von Ange­boten aus dem Bere­ich der Mikro-Mobil­ität (z. B. Fahrräder) bess­er zu ver­ste­hen. Das Ziel ist, das Poten­zial von Live Nav­i­ga­tion zu ermit­teln und die Vorteile zu bew­erten, die es für diese Anwen­dungs­fälle liefern kann.

02 Define – Unter­suchung des Nutzungsverhaltens

In dieser Phase definieren wir unsere Unter­suchun­gen und vali­dieren unsere ersten Hypothe­sen in Bezug auf Nutzungs­bedürfnisse und mögliche Lösun­gen. Um zu konkreten Ergeb­nis­sen zu kom­men, gren­zen wir die Vielfalt an Ideen ein und leit­en konkrete Lösungsvorschläge ab.

In diesem Schritt ist die Anwen­dung unter­schiedlich­er Forschungsmeth­o­d­en möglich. Im Fall des Live Nav­i­ga­tion-Fea­tures haben wir eine Rei­he von Work­shops durchge­führt, um die Vorteile für die Nutzer:innen zu testen. Wir nutzten diese Phase, um die User Jour­ney – der Ablauf der konkreten Nutzung des Pro­duk­ts – im Detail zu skizzieren, um unser Annah­men zu poten­ziellen Zielnutzer:innen zu ver­i­fizieren und um her­auszufind­en, wie sie einen Vorteil aus der Nutzung dieser Funk­tion haben kön­nen. Darüber hin­aus nutzen wir die Work­shops, um her­auszufind­en, ob das Fea­ture tat­säch­lich die in der vor­ange­gan­genen Phase iden­ti­fizierten Bedürfnisse und “Pain-points” der Nutzer:innen löst.

03 Devel­op – Erstel­lung und Test ver­schieden­er Konzepte

In der drit­ten Phase entwick­eln und testen wir ver­schiedene Pro­duk­tkonzepte. Durch kon­tinuier­liche Über­ar­beitun­gen (Iter­a­tio­nen) ver­suchen wir, die beste Lösung für die Bedürfnis­sen der Nutzer:innen zu find­en. Auf Grund­lage der Ergeb­nisse unser­er Tests mit Nutzer:innen pri­or­isieren wir die Konzepte anhand spez­i­fis­ch­er Kriterien.

Eine Erken­nt­nis aus den Tests mit Nutzer:innen ist, dass sie sich eine genaue Wegführung zu den von ihnen genutzten Hal­testellen wün­schen. Wir haben dieses Feed­back genutzt, um ver­schiedene Lösun­gen zu entwick­eln, mit denen wir die Live Nav­i­ga­tion verbessert haben. Die Tests haben uns geholfen, das Konzept auszuwählen, das unseren Nutzer:innen die meis­ten Vorteile bietet.

Ein weit­eres Beispiel ist die Gestal­tung des Onboard­ings* von Nutzer:innen der Live Nav­i­ga­tion. In ein­er weit­eren Über­ar­beitung haben wir das bis dahin einge­set­zte glob­ale Onboard­ing durch ein kon­textbe­zo­genes Onboard­ing erset­zt. Das kon­textbe­zo­gene Onboard­ing erle­ichtert den Zugriff auf den Live Nav­i­ga­tions-Modus für die Nutzer:innen inner­halb der App und verbessert somit das gesamte Nutzungserlebnis.

*Das Onboard­ing ist in diesem Kon­text eine Schalt­fläche inner­halb der App, die es Nutzer:innen ermöglicht, in den Live Nav­i­ga­tions-Modus zu wechseln

 

04 Deliv­er – Testen unseres Endprodukts

Kurz bevor wir unser Pro­dukt oder neue Funk­tio­nen auf den Markt brin­gen, führen wir Alpha- und Beta-Tests durch, um sicherzustellen, dass sie das best­mögliche Nutzungser­leb­nis bieten. Für die Usabil­i­ty-Über­prü­fung nutzen wir Quellen und Meth­o­d­en wie In-App-Feed­back, Mobimeo-interne Feld­ver­suche oder Tests mit ein­er großen Zahl an Nutzer:innen (Crowd Testings).

 

05 Evolve – Kon­tinuier­liche Weit­er­en­twick­lung des Produkts

Nach dem Pro­duk­t­launch messen wir, in welchem Umfang unsere Pro­duk­te einge­set­zt wer­den und ob sie die Erwartun­gen der Nutzer:innen erfüllen. Die Auswer­tun­gen von App-Analy­sen liefern die Erken­nt­nisse, um unsere Pro­duk­te kon­tinuier­lich weit­erzuen­twick­eln und zu verbessern.

Daneben bekom­men wir von den Nutzer:innen qual­i­ta­tives Feed­back, das wir an die anderen am Entwick­lung­sprozess beteiligten Teams weit­ergeben. Es hil­ft uns, die Live Nav­i­ga­tion weit­er zu verbessern und die Kun­den­bindung zu erhöhen.

Aus­blick: In unser­er näch­sten Folge wer­den wir einen Ein­blick geben, wie durch die Unter­suchung der Turn-by-Turn-Nav­i­ga­tion neue Inno­va­tio­nen für den Com­pan­ion entstehen.

Mobimeos nutzungszentrierter Ansatz zur Entwicklung digitaler Produkte

Autorin: Anna Fil­by, Dig­i­tal Trainee
Anna ist Dig­i­tal Trainee bei der Deutschen Bahn mit dem Schw­er­punkt neue Mobil­ität und Pro­duk­tin­no­va­tion. In ihrer zweit­en Praxis­sta­tion arbeit­ete sie bei Mobimeo im Bere­ich Mar­ket­ing und Kom­mu­nika­tion. Anna ist davon überzeugt, dass das Ver­ständ­nis für die Bedürfnisse der Nutzer:innen eine große Chance bietet, die Art und Weise, wie wir uns in Städten bewe­gen, neu zu gestalten.

Wir nutzen unser Wissen über Nutzer:innen und den Markt, um Interaktion zu erhöhen

Um sicherzustellen, dass wir Pro­duk­te entwick­eln, die die Bedürfnisse der Nutzer:innen in den Mit­telpunkt stellen und die den Anforderun­gen des Mark­tes ansprechen, behal­ten wir während unseres Entwick­lung­sprozess­es die Bedürfnisse bei­der Grup­pen im Blick.

Unsere vier Prinzipien für die Produktentwicklung

Unser Ziel ist es, die Bedürfnisse von Nutzer:innen und neue Mark­tchan­cen zu erken­nen und es Mobimeo zu ermöglichen, bessere, nutzungszen­tri­erte Pro­duk­te zu entwick­eln und die Inter­ak­tion mit Hil­fe dieser Pro­duk­te zu erhöhen. Unsere Vision ist es, Städte grün­er und Mobil­ität ein­fach­er zu machen. Aus­ge­hend von den Bedürfnis­sen der Nutzer:innen wen­den wir dazu vier Kern­prinzip­i­en an:

1. Radikal ein­fach­es Design: Die Design­sprache von Mobimeo wurde entwick­elt, um eine ein­fach zu bedi­enende Benutze­r­ober­fläche zu gestal­ten und die Kom­plex­ität für Nutzer:innen zu reduzieren. Daher ist unser Design die Grund­lage für ein überzeu­gen­des Produkterlebnis.

2. Per­son­al­isierung: Bei Mobimeo entwick­eln wir eine dig­i­tale Mobil­ität­splat­tform mit per­son­al­isierten Rou­te­nange­boten und Infor­ma­tio­nen, um einen indi­vidu­ellen Mehrw­ert zu schaffen.

3. Kon­tex­tu­al­isierung: Wir geben kon­textbe­zo­gene Empfehlun­gen, damit Nutzer:innen die beste Verbindung zu ihrem Ziel wählen können.

4. One-Stop-Shop: Wir bieten Routen­suche, Tiefen­in­te­gra­tion und Deep-Link­ing von Mobil­ität­san­bi­etern sowie Buchung­sop­tio­nen in ein­er Lösung, die es den Nutzer:innen leicht macht, umwelt­fre­undlichere Verkehrsmit­tel zu nutzen.

Wir entwickeln MaaS-Lösungen auf der Grundlage der Bedürfnisse der Nutzer:innen

Da sich die Mobil­ität ras­ant verän­dert, entste­hen neue Mobil­ität­sange­bote und zahlre­iche neue Apps, die eine Nutzung dieser Ange­bote ermöglichen. In den let­zten Jahren ist diese Aus­gangssi­t­u­a­tion für Nutzer:innen zunehmend unüber­sichtlich gewor­den und es ist oft eine Her­aus­forderung, das für die eigene Sit­u­a­tion am besten geeignete Verkehrsmit­tel zu find­en. Bei Mobimeo gestal­ten wir die Zukun­ft der urba­nen Mobil­ität, indem wir unsere Pro­duk­te auf der Grund­lage von Recherchen und konkreten Erken­nt­nis­sen auf die Bedürfnisse der Men­schen zuschneiden.
Um leis­tungs­fähige MaaS-Anwen­dun­gen zu entwick­eln, beschäfti­gen wir uns einge­hend mit den indi­vidu­ellen Anforderun­gen der Nutzer:innen, indem wir Per­sonas ein­set­zen. Auf diesem Weg find­en wir her­aus, welche Bedürfnisse und Vor­lieben sie haben und welche Sit­u­a­tio­nen und Her­aus­forderun­gen ihre Entschei­dun­gen bee­in­flussen. Indem wir diese Erken­nt­nisse bew­erten und in der Pro­duk­ten­twick­lung berück­sichti­gen, kön­nen wir die Erwartun­gen der Nutzer:innen erfüllen und für MaaS begeis­tern. Außer­dem helfen uns Dat­en aus ver­schiede­nen Stu­di­en und dem Ana­lyt­ics-Team, unsere Per­sonas kon­tinuier­lich weit­er zu entwickeln.

Der Produktentwicklungsprozess von Mobimeo

Unser Pro­duk­ten­twick­lung­sprozess fol­gt einem struk­turi­erten Des­ig­nansatz, der in mehrere Phasen unterteilt ist:

01 Dis­cov­er
In der Ent­deck­ungsphase iden­ti­fizieren wir Nutzerbedürfnisse, erkun­den Möglichkeit­en und Raum für Inno­va­tio­nen. Unsere Recherche ist der Aus­gangspunkt für die Auswahl der rel­e­van­ten Per­sonas und für die Fes­tle­gung unseres Leistungsversprechens.

02 Define
Wir definieren den Schw­er­punkt des Pro­duk­ts, entwer­fen und vali­dieren Bedürfnisse, Hypothe­sen und Lösun­gen, um Ideen einzugrenzen.

03 Devel­op
Wir entwick­eln und testen unsere Konzepte, in die die Erfahrun­gen der Nutzer:innen einfließen.

04 Deliv­er
Wir bet­ten Ver­fahren zur Qual­itätssicherung tief in den Entwick­lungszyk­lus ein und testen unsere Apps regelmäßig in ver­schiede­nen Test­szenar­ien, um die Qual­ität unser­er Prozesse und Pro­duk­te zu erhöhen. Kurz bevor wir unser Pro­dukt oder neue Funk­tio­nen auf den Markt brin­gen, führen wir Usabil­i­ty-Tests (Bew­er­tung von Pro­duk­ten durch reale Nutzer:innen) und Beta-Tests durch, um genau zu ver­fol­gen, wie unsere Pro­duk­te genutzt werden.

05 Evolve
Mit dem Launch ist unsere Arbeit nicht abgeschlossen. Wir überwachen die Apps kon­tinuier­lich, um Annah­men langfristig zu überwachen und neue Ansatzpunk­te zur Pro­duk­tverbesserung zu find­en. Laufende Auswer­tun­gen, Befra­gun­gen und Analy­sen ermöglichen es uns, unser Pro­dukt zu verbessern und zu erweit­ern. Wir analysieren zum Beispiel, wie Nutzer:innen mit unserem Pro­dukt inter­agieren. Wir sam­meln Feed­back von Nutzer:innen ein, das wir an die anderen Teams im Entwick­lung­sprozess weitergeben.

Datengetriebene Produktentscheidungen

Um Nutzer:innen von Anfang an zu ver­ste­hen, wen­det das UX Research-Team von Mobimeo ver­schiedene Meth­o­d­en an: Von ethno­graphis­chen Stu­di­en, User Jour­ney-Analy­sen, Per­sonas, Usabil­i­ty Tests bis hin zu Mark­t­analy­sen und der Pri­or­isierung von Fea­tures. Das Pro­dukt- und Qual­itätssicherungs-Team (QA) ist Teil des Entwick­lungszyk­lus’ und überwacht kon­tinuier­lich die Funk­tion von Apps und Backend.

Das Design-Team überträgt die Pro­duk­tvi­sion in visuelle Darstel­lun­gen und testet die App-Ober­fläche auf die Nutzer­fahrung (User Experience/UX) und eine intu­itive Benutzerführung.

Bei Mobimeo testen wir unsere Apps regelmäßig in ver­schiede­nen Test­szenar­ien. Bei Exkur­sio­nen pro­bieren wir neue Funk­tio­nen “live” vor Ort. Dabei binden wir Kol­le­gen aus anderen Teams sowie Nutzer:innen ein, um unsere Tests so real wie möglich zu gestal­ten. Das Prod­uct Ana­lyt­ics-Team misst den Erfolg des Pro­duk­ts anhand von Kenn­zahlen wie Down­loads und Zugrif­f­en und erhebt, welche Funk­tio­nen die Nutzer:innen am ehesten ansprechen, damit sie die Apps lange nutzen und die Reich­weite erhöht wird.

Diese agilen Teams arbeit­en funk­tion­süber­greifend in Iter­a­tio­nen, wodurch wir sehr flex­i­bel und schnell auf die Wün­sche von Nutzer:innen reagieren können.

Vorteile des nutzungszentrierten Ansatzes von Mobimeo für Mobilitätsanbieter und natürlich unsere Nutzer:innen!

Für Nutzer:innen gibt viele Her­aus­forderun­gen im Zusam­men­hang mit Mobil­ität und den Wech­sel zu nach­haltigeren Verkehrsmit­teln. Dadurch, dass wir sie in den Mit­telpunkt unser­er Entwick­lung­sprozesse stellen, schaf­fen wir maßgeschnei­derte MaaS-Lösun­gen und attrak­tive Produkterfahrungen.

Die wichtig­sten Vorteile unseres Ansatzes für ÖPNV-Betreiber, Verkehrsver­bünde und andere Mobil­ität­san­bi­eter sind:
1. Nutzer­wis­sen
Gewin­nen Sie Erken­nt­nisse über Nutzer:innen, ihre Bedürfnisse und ihr Mobilitätsverhalten

2. Erre­ichen Sie eine bre­ite Nutzerbasis 
Entwick­eln Sie dig­i­tale Pro­duk­te für ver­schiedene Ziel­grup­pen, um die unter­schiedlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen zu berücksichtigen

3. Inno­v­a­tive nutzungszen­tri­erte Funktionen 
Beziehen Sie die Stimme der Nutzer:innen von Anfang an ein,  um ein nutzungszen­tri­ertes Design sicherzustellen

4. Immer die neueste Ver­sion haben
Prof­i­tieren Sie durch kon­tinuier­liche Iter­a­tio­nen, fort­laufende Entwick­lung und neue Releas­es von einem aktuellen Produkt

Die Ergeb­nisse sind
Große Loy­al­ität der Nutzer:innen:  Auf- und Aus­bau der dig­i­tale Kun­den­schnittstelle, um größt­mögliche Loy­al­ität zu Ihrem Unternehmen zu gewährleisten

Hohe Inter­ak­tion­srate: Steigern Sie die monatlich aktive Anzahl an Nutzer:innen und die Tick­etverkäufe, indem Sie Ihre Nutzer:innen kennen

Förderung von nach­haltigem Mobil­itätsver­hal­ten: Ermuti­gen Sie die Nutzer:innen, auf öffentliche oder umwelt­fre­undlichere Verkehrsmit­tel umzusteigen

Aus­blick: Im näch­sten Blog-Beitrag wer­den wir anhand konkreter Beispiele zeigen, wie dieser nutzungszen­tri­erte Ansatz in unser­er Pro­duk­ten­twick­lung umge­set­zt wird.

Covid-19 und die Folgen für MaaS

Home-Office und Mobilität im New Normal

Am sicht­barsten wird diese Verän­derung durch die Etablierung von Home-Offices als reale Alter­na­tive zum reg­ulären Arbeit­splatz. Zwar wäre dies tech­nisch schon seit Jahren durch die Ein­führung des “Dig­i­tal Work­place” durch Unternehmen und Organ­i­sa­tio­nen möglich gewe­sen, aber erst durch die gegen­wär­tige Gesund­heit­skrise hat sich das Home-Office in der Arbeitswelt durchge­set­zt. Wesentlich­es Merk­mal ist eine höhere Flex­i­bil­isierung der Arbeit. Arbeit­szeit­en und Arbeit­sort sind nicht mehr zwin­gend fest­gelegt. Das schafft sowohl neue Frei­heit­en als auch Bedürfnisse nach mehr Flex­i­bil­ität in anderen Bere­ichen wie der Mobilität.

Daneben ist es vor allem die Pan­demie selb­st, die neue Maßstäbe in der Mobil­ität set­zt. Lock­down, Aus­gangssper­ren, beschränk­te Bewe­gungsra­di­en sowie das Gebot, Abstand zu hal­ten, schränken die Mobil­ität in der Bevölkerung stark ein. Dabei set­zen die Deutschen ver­mehrt auf das Fahrrad, auf ihr eigenes Auto oder gehen zu Fuß, wie eine Studie von For­sa zeigt. Auch Shar­ing-Mod­elle gewin­nen an Beliebtheit. Große Ver­lier­er sind dage­gen die öffentlichen Verkehrsmit­tel. Abstands­ge­bote sowie der Weg­fall von Fahrten zum Arbeit­splatz treiben diese Entwick­lung. Die Unternehmens­ber­atung Deloitte kommt daher zum Urteil, dass mit der Pan­demie “die Stunde des Indi­vid­u­alverkehrs” geschla­gen habe.

Entwicklungen sind nachhaltig

Dabei wird sicht­bar: Die indi­vidu­ellen Präferen­zen hän­gen von Gewohn­heit­en ab, die schon vor der Pan­demie bestanden haben. Autofahrer:innen, die ein pri­vates Fahrzeug besitzen, neigen dazu, es ver­mehrt zu nutzen. Wer dage­gen den Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) genutzt hat, legt nun mehr Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Shar­ing-Fahrzeu­gen zurück – oder kom­biniert ver­schiedene Verkehrsmit­tel, wie McK­in­sey angibt.

Mehr als ein Jahr nach der Krise zeigt sich, dass diese Entwick­lung kein kurzfristiger Trend ist. Der Ver­band Deutsch­er Verkehrsun­ternehmen (VDV) stellt fest, dass die ÖPNV-Nutzung auch während der Lockerun­gen im Som­mer 2020 weit unter dem Vorkrisen­niveau lag. Eine Umfrage von For­sa im Auf­trag der Deutschen Energie-Agen­tur (dena) ergab, dass 61 Prozent der Deutschen davon aus­ge­hen, ihr aktuelles Mobil­itätsver­hal­ten auch nach der Pan­demie beizubehalten.

Mehr Flexibilität und Multimodalität sind gefragt

Viele Mitarbeiter:innen begrüßen die neue flex­i­blere Mobil­ität und die Möglichkeit, sit­u­a­tiv zwis­chen ver­schiede­nen Optio­nen entschei­den zu kön­nen. Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde kom­men diesem gestiege­nen Bedürf­nis nach Flex­i­bil­ität nach und machen ihren Kun­den flex­i­blere Ange­bote. Das klas­sis­che Abo-Mod­ell ver­liert aktuell im ÖPNV an Bedeu­tung. Der VDV stellt fest, dass die Abo-Kündi­gun­gen nicht zu Beginn der Pan­demie, son­dern erst im weit­eren Ver­lauf ihren bish­eri­gen Höhep­unkt erre­icht­en. Daraus ist zu schließen, dass der klas­sis­che ÖPNV den Mobil­itäts­bedürfnis­sen während der Pan­demie nicht gerecht wird. Eine Antwort auf diese Entwick­lung ist die Entwick­lung neuer Tick­et-Mod­elle. Beispiel­sweise hat der Verkehrsver­bund Stuttgart (VVS) ein neues 10er-Tage­stick­et einge­führt, das flex­i­bel an frei wählbaren Tagen einge­set­zt wer­den kann.

Daneben gibt es weit­ere inno­v­a­tive Ansätze. Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter:innen zunehmend statt eines Jobtick­ets ein Mobil­itäts­bud­get an, das zum Teil sog­ar den Dienst­wa­gen erset­zt. Das durch den Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung gestellte Guthaben ste­ht für Fahrten mit dem ÖPNV, Shar­ing-Fahrzeu­gen oder dem Taxi zur freien Ver­fü­gung. Ange­boten wird es schon heute z. B. von SAP, der Stadt Bre­men oder Fros­ta. Angestellte kön­nen so selb­st entschei­den, wie sie sich mit öffentlichen Verkehrsmit­teln fort­be­we­gen möchten.

Mobimeos Problem-Solution-Fit

Mobimeo unter­stützt Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde dabei, Antworten auf das sich verän­dernde Nutzungsver­hal­ten zu find­en. Dabei kommt uns zugute, dass wir mit der Kom­bi­na­tion aus Branchen-Know-how, tech­nol­o­gis­ch­er Kom­pe­tenz und Pro­duk­tver­ständ­nis inno­v­a­tive Lösun­gen entwick­eln, die die Bedürfnisse von Mobil­ität­san­bi­etern und Nutzern erfüllen. White-Label-Apps, die auf der MaaS-Plat­tform von Mobimeo auf­bauen, bieten die ganze Band­bre­ite lokaler Mobil­ität. Die Plat­tform ist dabei offen für regionale Anforderun­gen wie spez­i­fis­che Tar­if­sys­teme und Daten­quellen. Mit der Inte­gra­tion von Routen mit dem pri­vat­en Fahrrad, län­gere Streck­en, die zu Fuß zurück­gelegt wer­den, kon­tak­t­losem Bezahlen und der Anzeige von aktuellen Infor­ma­tio­nen haben wir kurzfristig ganz konkrete Anforderun­gen, die sich aus der Pan­demie ergeben haben, in diesen Apps umgesetzt.

Die möglichen Fol­gen der Coro­na-Pan­demie auf den Kauf von Abos und die wach­sende Flex­i­bil­ität bei der Auswahl von Verkehrsmit­teln machen den Auf- und Aus­bau ein­er dig­i­tal­en Kun­den­schnittstelle noch wichtiger als zuvor: Als Mit­tel der Kun­den­bindung, zur Gewin­nung neuer Nutzer­grup­pen und als Vertriebskanal.

Noch ist nicht abse­hbar, wie sich die Impfkam­pag­nen, das Auftreten von Vari­anten und etwaige Lockerun­gen der Coro­na-Maß­nah­men mit­tel- bis langfristig auf den Ver­lauf der Pan­demie auswirken. Umso wichtiger ist es, mit Hil­fe dig­i­taler Ange­bote auch kurzfristig auf ein sich ändern­des Nutzungsver­hal­ten reagieren zu können.

Mobilität aus einer Hand: ioki und Mobimeo kooperieren erstmalig bei Weiterentwicklung der multimodalen KVV.mobil-App

Die von Mobimeo entwick­elte MaaS-Plat­tform bietet einen intu­itiv­en Zugang zu allen ver­füg­baren Mobil­ität­sop­tio­nen vom Suchen über das Buchen bis zum Bezahlen. Durch eine Schnittstelle (Appli­ca­tion Pro­gram­ming Inter­face, API) ermöglicht ioki nun erst­ma­lig die direk­te Buchung und das Han­dling von On-Demand-Fahrten tiefen­in­te­gri­ert über eine MaaS-App. Die Umset­zung dieser tech­nis­chen Lösung ist die erste Koop­er­a­tion der bei­den Tochterun­ternehmen der Deutschen Bahn in einem gemein­samen Pro­jekt. Nutzer:innen der KVV.mobil-App kön­nen dadurch die Fahrzeuge von MyShut­tle auch über diese App buchen.
Die bere­its einge­führte App von ioki kvv.easy ste­ht den Kun­den aber weit­er­hin zur Verfügung.

Heike Löf­fler, Chief Com­mer­cial Offi­cer (CCO) von Mobimeo: „Das Update der KVV.mobil-App ist für uns aus zwei Grün­den ein ganz beson­deres Ereig­nis: Mit der Über­nahme des B2B/B2G-Geschäfts von moov­el im let­zten Herb­st haben wir die Möglichkeit bekom­men, den KVV von der Leis­tungs­fähigkeit der MaaS-Plat­tform von Mobimeo zu überzeu­gen. Dass sich durch die Inte­gra­tion von MyShut­tle jet­zt auch noch die Gele­gen­heit ergeben hat, mit unseren Kolleg:innen von ioki in ein­er App zusam­men zu arbeit­en, ist Beweis für die Leis­tungs­fähigkeit unseres inte­gri­erten Angebots.”

Dr. Michael Bar­il­lère-Scholz, Geschäfts­führer von ioki: „Mit der Erweiterung durch die API-Schnittstelle öff­nen wir unsere ioki-Plat­tform für alle Verkehrsan­bi­eter mit tiefen­in­te­gri­erten Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice-Lösun­gen. So kön­nen wir nun unsere On-Demand-Buchun­gen auch inner­halb von umfassenden Mobil­i­ty-as-a-ser­vice-Apps abbilden und den Nutzer:innen einen noch höheren Mehrw­ert bieten. Wir freuen uns, diese Schnittstelle erst­ma­lig mit unser­er DB-Schwest­er Mobimeo im Rah­men des gemein­samen Pro­jek­tes mit dem Karl­sruher Verkehrsver­bund einzusetzen.“

Neben der Tiefen­in­te­gra­tion des elek­trisch betriebe­nen On-Demand-Ange­bots MyShut­tle prof­i­tieren Nutzer:innen von zusät­zlichen Shar­ing-Optio­nen. Die KVV.mobil-App bietet außer­dem einen ein­fachen und kon­tak­t­losen Tick­etkauf für den ÖPNV, basierend auf der eingegebe­nen Route oder direkt im Ticketshop.

Hier geht’s zum Down­load der Apps:

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Pressekon­takt:

Mobimeo: media@mobimeo.com

ioki: press@ioki.com


Über ioki
ioki entwick­elt smarte Mobil­ität­slö­sun­gen für die Zukun­ft. Ob für Verkehrsun­ternehmen, Kom­munen oder Unternehmen, ob auf dem Land oder in der Stadt: Als Experte für Mobil­ität­s­analy­sen deckt die Deutsche Bahn-Tochter Bedarfe auf und berät daten­basiert bei der Pla­nung neuer Ange­bote. Mit Hil­fe sein­er intel­li­gen­ten Plat­tform ermöglicht der DB-Geschäft­szweig als Tech­nolo­gie-Part­ner außer­dem flex­i­ble und in den öffentlichen Nahverkehr inte­gri­erte On-Demand-Mobil­ität und stärkt so nach­haltig den ÖPNV. Damit ste­ht ioki seinen Kun­den von A bis Z zur Seite: Vom Iden­ti­fizieren sin­nvoller Ein­satzge­bi­ete über die Entwick­lung ein­er benutzer­fre­undlichen App bis hin zur tat­säch­lichen Umset­zung auf der Straße. So wird Mobil­ität für jeden, jed­erzeit und über­all zugänglich – nach­haltig, bar­ri­ere­frei und bedarfsorientiert.

Über Mobimeo:
Die Mobimeo GmbH (Mobimeo) entwick­elt eine Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice Plat­tform für die Mobil­ität von mor­gen. Als Part­ner von Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bün­den sowie weit­eren Mobil­ität­san­bi­etern verknüpft Mobimeo beste­hende öffentliche Verkehrsmit­tel sowie Shar­ing- und On-Demand-Optio­nen. Das Ange­bot für Mobil­ität­san­bi­eter sind leis­tungsstarke tech­nis­che Pro­duk­te: Apps, die auf der Plat­tform von Mobimeo auf­bauen, überzeu­gen durch ihr Design und ihre Benutzer­fre­undlichkeit bei Routen­suche, Buchung, Bezahlung und Infor­ma­tio­nen zum Fahrtver­lauf. Sie bieten den Nutzern mul­ti­modale, per­son­al­isierte und anlass­be­zo­gene Vorschläge, um auf dem besten Weg an ihr Ziel zu kom­men. Das Ergeb­nis ist ein attrak­tives und entspan­ntes Fahrerleb­nis für Mil­lio­nen von Men­schen im öffentlichen Nahverkehr – unab­hängig von pri­vat­en Autos.

Das Unternehmen wurde 2018 von der Deutschen Bahn AG gegrün­det. Im Jahr 2020 hat Mobimeo einen Teil der moov­el Group GmbH (moov­el) über­nom­men, der Mobil­ität­splat­tfor­men für Kom­munen und Verkehrsver­bünde entwick­elt (B2B/B2G-Soft­warelö­sun­gen). Mobimeo ist damit zu einem der größten Plat­tfor­men­twick­ler für Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice-Anwen­dun­gen (MaaS) in Europa gewor­den. Gemein­sam mit den bish­eri­gen Gesellschaftern von moov­el, der BMW Group und der Daim­ler Mobil­i­ty AG, bün­delt die Deutsche Bahn AG ihre Kräfte für die Entwick­lung von regionalen MaaS-Plat­tfor­men bei Mobimeo.

Pioniergeist und Aufbruchstimmung – Woher wir kommen

Autor: Autor: Philip Fürmann, Head of Delivery & Program Management

Aufbruchstimmung

Als ich 2014 bei moov­el im Busi­ness Devel­op­ment anf­ing, waren einige der Dinge, die heute als wesentlich­er Bestandteil von Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice (MaaS) ange­se­hen wer­den, zwar schon Teil unser­er Pro­duk­tvi­sion aber noch längst nicht etabliert. Dass wir damals an “MaaS” gear­beit­et haben, war uns zu diesem Zeit­punkt noch nicht bewusst. Ein ein­deutiges Bild möglich­er Lösun­gen für das inzwis­chen etablierte Mantra “Suchen – Buchen – Bezahlen” entwick­elte sich erst mit der Zeit. Auch die Tat­sache, dass White-Label-Lösun­gen der Schlüs­sel zum Erfolg sein wür­den, war damals noch nicht abzusehen.

Wie moovel das “Von-A-nach-B-Prinzip” in eine App brachte

Schon bevor ich zu moov­el kam, gab es bei Daim­ler die erfol­gre­iche App car2go – eine der ersten Car­shar­ing-Apps über­haupt. Dadurch wurde der all­ge­meine Trend “teilen statt besitzen” auf Autos über­tra­gen und für das Nis­chen­phänomen Car­shar­ing kam der Durch­bruch. Mit moov­el wurde dieses Konzept “neue Mobil­ität” erweit­ert. Der Gedanke war ein­fach: moov­el bün­delt alle Alter­na­tiv­en, um mit dem Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) oder Shar­ing-Fahrzeu­gen von A nach B zu kom­men, in ein­er App. Im Kern ste­hen die drei Schritte Suchen – Buchen – Bezahlen.

Vieles, was MaaS heute aus­macht, haben wir bei moov­el mit geprägt. Bei der Grün­dung im Jahr 2012 ver­fol­gte moov­el zunächst noch einen umfassenderen Ansatz: Es soll­ten nicht nur Verkehrsmit­tel, son­dern auch andere Ange­bote wie zum Beispiel Hotels oder Ver­anstal­tung­stick­ets über die App gebucht wer­den kön­nen. Eine “App für alles” mag zunächst gut klin­gen, in der Prax­is über­fordert sie den Nutzer in den meis­ten Fällen, da die Über­sichtlichkeit und damit der Nutzen ver­loren gehen. Unsere Antwort war die Reduk­tion auf das Wesentliche – sie ist auch heute bei Mobimeo ein wichtiger Teil unser­er Philoso­phie. Im Jahr 2015 kom­binierten wir in unser­er App bere­its den ÖPNV, Car- und Bike­shar­ing, Taxi-Ser­vices und Ange­bote der Deutschen Bahn. 2016 erhielt moov­el dafür den Deutschen Mobilitätspreis.

Vom B2C zum White-Label-Ansatz

Zu dieser Zeit woll­ten viele Tech-Fir­men Mobil­ität­splat­tfor­men unter eige­nen Marken auf­bauen. Durch den direk­ten Zugriff auf Nutzungs- und Kun­den­dat­en woll­ten sie die Schnittstelle zwis­chen den Anbi­etern und den Nutzern kon­trol­lieren. Viele unser­er Part­ner hat­ten schon damals den Wun­sch, die Kon­trolle über diese Dat­en zu behal­ten, da sie den Kern der Kun­den­beziehung berührt. Unsere Antwort auf diese Anforderung war eine Weit­er­en­twick­lung unseres Ange­bots in Rich­tung von White-Label-Apps. Sie kön­nen im Look and Feel an die Marke unser­er Kun­den – in erster Lin­ie Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde – angepasst wer­den, die mit ihnen eigen­ständig am Markt auftreten. Mit diesem Ansatz kon­nten wir Kun­den in Stuttgart, wo unser Haupt­sitz war, in Ham­burg, Karl­sruhe, Düs­sel­dorf, Aschaf­fen­burg und inter­na­tion­al überzeugen.

Im näch­sten Schritt kon­nten wir auch außer­halb Deutsch­lands expandieren. In Nor­dameri­ka wurde moov­el zum führen­den Anbi­eter mobil­er Tick­et­ing-Anwen­dun­gen. Daneben kon­nten wir unter anderem in Japan, einem wichti­gen Markt für zukün­ftige Tech-Trends, eine Koop­er­a­tion für eine MaaS-App mit ein­er der weltweit größten Bah­nge­sellschaften für Per­so­n­en­verkehr in Zusam­me­nar­beit mit einem weit­eren Kon­glom­er­at, tätig in Bere­ichen Verkehr, Immo­bilien, Einzel­han­del, Freizeit und Kul­tur real­isieren. Damit hat­te moov­el mehr als fünf Mil­lio­nen Nutzer:innen.

Eine ideale Kombination – moovel und Mobimeo

Im Jahr 2020 haben moov­el und Mobimeo 2020 ihre Kräfte gebün­delt, um gemein­sam noch mehr zu erre­ichen: wir wollen die Num­mer eins für MaaS-Lösun­gen in Deutsch­land und ein führen­der Anbi­eter in Europa wer­den. Bei­de Unternehmen haben einen Proven-Track-Record in ihren Bere­ichen. moov­el bringt die Erfahrung aus den Pio­nier­jahren von MaaS und die seit­dem entwick­elte Tech­nolo­gie mit. Mobimeo hat als ursprünglich­es Cor­po­rate Start-up der Deutschen Bahn eine starke Ver­bun­den­heit zu den “Nat­ur­al Own­ern” des ÖPNV, den Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bün­den. Indem wir die Per­spek­tive der Anbi­eter und der Nutzer zusam­men­brin­gen, schaf­fen wir die besten Voraus­set­zun­gen, um für die Branche inno­v­a­tive MaaS-Plat­tfor­men für die All­t­agsmo­bil­ität zu realisieren.

Zusam­men mit den inte­gri­erten Mobil­ität­san­bi­etern bilden wir alle Optio­nen ab, um Nutzer in den Städten von A nach B zu brin­gen- ob auf der Straße oder auf der Schiene, mit Bahn, Bus, Fahrrad, e‑Scooter oder auch mal dem Auto.

MobiTech Podcast Episode 1

MobiTech Episode 1: Scala und Functional Programming

In der ersten Episode disku­tieren Vini und Talaat mit ihrem Gast und Kol­le­gen Lucas Satabin, Expert Back­end Engi­neer, über Scala und Func­tion­al Programming.

Bei Mobimeo wird Scala täglich mit einem funk­tionalen Ansatz im Back­end angewen­det. Für diesen Zweck wer­den Libraries genutzt, um das Pro­gram­mieren zu erle­ichtern. The­ma dieser Episode sind die Libraries Cats und FS2.

Im Mit­telpunkt ste­ht die Frage, wozu diese Libraries genutzt wer­den und welche Vor- und Nachteile die Nutzung hat, wie die Libraries funk­tion­ieren und wie sie bei Mobimeo einge­set­zt wer­den. Ler­nen Sie MobiTech ken­nen und bekom­men Sie Ein­blicke in Scala und Func­tion­al Pro­gram­ming mit Cats und FS2.

Hören Sie hier here­in oder hören Sie die Episode über­all, wo es Pod­casts gibt:

Bitte beacht­en Sie, dass der Pod­cast auss­chließlich englis­chsprachig ist.

Spo­ti­fy: https://open.spotify.com/show/3bmJyvuyTGTJacnnO6VoMq

MaaS – wie eine europäische Entwicklung die Mobilität revolutioniert

Autor: Felix Salfner, Head of Product

First Mover in Nordamerika

Als Startschuss für MaaS kann das Jahr 2014 gel­ten. In diesem Jahr kon­nte Uber in ein­er Finanzierungsrunde 1,2 Mrd. US-Dol­lar ein­sam­meln. Zu den wichtig­sten Inve­storen gehörten Google und Gold­man Sachs. Dieses Ereig­nis ist beispiel­haft für einen Trend, der Mitte der 2010er Jahre zunehmend an Bedeu­tung gewon­nen hat: Mobile dig­i­tale Plat­tfor­men als Enabler für Shar­ing-Econ­o­my und On-Demand-Ser­vices, die über lokale Lösun­gen hin­aus­ge­hen. Wesentlich­es Merk­mal dieser Anwen­dun­gen ist eine ein­fache Bedi­enung über das Smart­phone (User Expe­ri­ence, UX). In Nor­dameri­ka set­zt man dafür auf neue Marken, die mit erhe­blichem Aufwand um Nutzer wer­ben (Busi­ness-to-Con­sumer, B2C). Der europäis­che Entwurf sieht anders aus.

MaaS – (auch) eine europäische Idee

Während “Big Cap­i­tal” in Nor­dameri­ka bei der Entwick­lung dig­i­taler Geschäftsmod­elle im Mobil­itäts­bere­ich neue Maßstäbe set­zt, waren die Anfänge in Europa beschei­den­er. Im Mai 2014 gab die Stu­dentin Son­ja Heikkilä ihre Mas­ter­ar­beit “Mobil­i­ty as a Ser­vice – A Pro­pos­al for Action for the Pub­lic Admin­is­tra­tion, Case Helsin­ki” ab. Die Arbeit erregte inter­na­tion­al Auf­se­hen. Weltweit berichteten die Medi­en über Heikkilä und den Ver­such Helsinkis, den Verkehr in Städten dig­i­tal, neu und nach­haltig umzugestal­ten. Im Mit­telpunkt ste­ht die Zusam­me­nar­beit von Kom­munen und Verkehrsun­ternehmen (Busi­ness-to-Gov­ern­ment, B2G), um ein Ange­bot zum Nutzen der Bürg­er zu schaf­fen.  Das “Helsin­ki-Mod­ell” ist die Geburtsstunde von MaaS im engeren Sinne und löste große Begeis­terung aus. Einige Jahre später hat MaaS nichts von dieser Fasz­i­na­tion verloren.

Weshalb MaaS begeistert

Zu dieser Zeit habe ich zunächst für SAP und dann für Soft­ware Diag­nos­tics gear­beit­et und bin für meinen Job viel gereist. In jed­er Stadt, in die ich kam, stand ich vor der­sel­ben Her­aus­forderung: Ich musste mich in ver­schiede­nen Tar­if­sys­te­men zurechtfind­en und aus unter­schiedlichen Ange­boten auswählen, um mit öffentlichen Verkehrsmit­teln schnell und pünk­tlich zu meinen Ter­mi­nen zu kom­men. Die meis­ten damals ver­füg­baren Apps beschränk­ten sich auf die Funk­tion der Routen­suche. Außer­dem musste man für Bus und Bahn oder das Taxi jew­eils eigene Apps instal­lieren und sich anmelden. Mit der zunehmenden Zahl an Mobil­ität­san­bi­etern wurde auch die Zahl der Apps größer. Damals habe ich die Entwick­lun­gen in Nor­dameri­ka und die Berichter­stat­tung über Helsin­ki aufmerk­sam ver­fol­gt und mich gefragt, ob das auch in Deutsch­land ein­fach­er geht. Heute arbeite ich bei Mobimeo als Head of Prod­uct daran, alle Mobil­ität­sange­bote auf ein­er einzi­gen Plat­tform ver­füg­bar zu machen. Sie verbindet den öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) mit Taxis, Shar­ing-Ange­boten wie Fahrrädern, E‑Scootern oder Autos und vielem mehr.

Die Vorteile von MaaS für die Gesellschaft, die Umwelt und den einzel­nen Nutzer sind:

– Indi­vid­u­al­isierung und flex­i­ble Anpas­sung an Bedürfnisse des Nutzers durch Multimodalität
– Nach­haltigkeit durch kli­mafre­undliche Alter­na­tiv­en zum pri­vat­en Auto
– Ent­las­tung des städtis­chen Verkehrs, z. B. durch bessere Auslastung
– Neue Abrech­nungsmod­elle für Mobilität

Mobil­ität ist aber auch ein umkämpfter Mul­ti-Mil­liar­den-Euro-Markt. Deshalb drän­gen neue Akteure in diesen Markt und Inve­storen erwarten hohe Profite.

MaaS erfordert langfristiges Engagement

Auf eine frühe enthu­si­astis­che Phase Mitte der 2010er Jahre fol­gte erst ein­mal Ernüchterung. First Mover wie Uber, Lyft und viele Mobil­i­ty-Ser­vice-Provider (MSP) sind bis heute nicht prof­ita­bel. Die erste Dekade von MaaS, in der wir uns nach wie vor befind­en, ist geprägt von rel­a­tiv gerin­gen Nutzerzahlen und einem großen Ange­bot an Dien­stleis­tern. Selb­st in Helsin­ki, der europäis­chen Geburtsstadt von MaaS, sind die Nutzerzahlen viel geringer als gedacht. Die Erken­nt­nis: Inner­halb weniger Jahre lässt sich eine grundle­gende Verän­derung des Mobil­itätsver­hal­tens, wie sie mit MaaS angestrebt wird, nicht erre­ichen. Die Ziele sind langfristiger und set­zen ein Zusam­men­spiel viel­er Akteure voraus. Derzeit bieten Deutsch­land und Europa dafür die besten Rahmenbedingungen.

Gute Vorzeichen für europäische Innovationen

Geset­zesini­tia­tiv­en der Europäis­chen Union wie der Dig­i­tal Mar­kets Act, der Dig­i­tal Ser­vices Act und die Daten­schutz­grund­verord­nung (DSGVO) sind ein starkes Zeichen dafür, dass mit einem neuen europäis­chen Selb­st­be­wusst­sein eigene Lösun­gen beim Auf­bau und Betrieb dig­i­taler Plat­tfor­men geschaf­fen wer­den kön­nen. De europäis­chen Rah­menbe­din­gun­gen tra­gen dazu bei, Stan­dards für Trans­parenz und Daten­schutz zu erhöhen. Die damit ver­bun­de­nen Anforderun­gen kön­nen von europäis­chen Tech-Fir­men bei der Konzep­tion ihrer Ange­bote von Anfang an mitgedacht werden.

Besser als Google & Co 

Der ÖPNV ist der Dreh- und Angelpunkt der Verkehr­swende in Deutsch­land. Er ist das Rück­grat für Mobil­ität in Gemein­den, Städten und Regio­nen und ermöglicht eine kli­mafre­undliche und nach­haltige Mobil­ität. Schon heute ver­wen­den Mil­lio­nen von Nutzern auch die dig­i­tal­en Ange­bote “ihrer” ÖPNV-Betreiber, zum Beispiel zum Suchen der besten Verbindung über die Web­site oder über eine App. Damit haben Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde in einem ersten Schritt Grund­la­gen für eine erfol­gre­iche Verkehr­swende geschaf­fen: Eine dig­i­tale Schnittstelle zu ihren Kun­den, die jet­zt weit­er auf- und aus­ge­baut wer­den muss, um die Apps zum zen­tralen Zugangspunkt für Mobil­ität zu machen und die Kun­den dauer­haft zu binden. Mit dem Auf­bau dieser Schnittstelle entste­ht die Auf­gabe, ver­ant­wor­tungsvoll mit entste­hen­den Dat­en und Erken­nt­nis­sen umzuge­hen. Da der Zugang zu All­t­agsmo­bil­ität und der Ein­satz der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel für den Auf­bau ein­er bedarf­s­gerecht­en Infra­struk­tur in erster Lin­ie lokal und region­al Wirkung ent­fal­tet wird, sind Kom­munen, Verkehrsver­bünde und ‑unternehmen auch für MaaS die ersten Ansprech­part­ner von Bürg­ern und Nutzern vor Ort. Die große Chance liegt in der Verbindung aller Verkehrsmit­tel: So kön­nen für die Bedürfnisse aller Nutzer­grup­pen – von Dig­i­tal Natives bis zu Beruf­spendlern – Ange­bote aus ein­er Hand gemacht wer­den, die auf ihre jew­eili­gen Bedürfnisse angepasst werden.

Mobimeo – Changing the way cities move

Mit intu­itiv zu bedi­enen­den Apps, naht­los einge­bun­de­nen mul­ti­modalen Alter­na­tiv­en und allen rel­e­van­ten Infor­ma­tio­nen während der Fahrt begeis­tern wir die Nutzer von Apps, die auf unser­er Plat­tform für MaaS-Lösun­gen auf­bauen. Als Prod­uct-Com­pa­ny sind wir in der Lage, unsere Erken­nt­nisse – zum Beispiel aus Nutzer­be­fra­gun­gen – in neue Fea­tures zu über­führen, die wir für unsere Kun­den ver­füg­bar machen. Dadurch erre­ichen wir bei kurzen Entwick­lungszyklen eine große Zahl an Nutzern. Auf der Grund­lage der von uns bere­it­gestell­ten Dat­en kön­nen Kom­munen, Verkehrsver­bünde- und unternehmen bessere Entschei­dun­gen tre­f­fen, welche dig­i­tal­en Ange­bote sie ihren Nutzern machen wollen, wie sie mit ihnen kom­mu­nizieren und wie sie die Nutzer an sich binden. Auf der Grund­lage unser­er Plat­tform kön­nen sie sowohl kom­plette Apps als auch einzelne Mod­ule inner­halb ihrer beste­hen­den Apps umset­zen und so ihr Ange­bot erweit­ern und ihre Kun­den dauer­haft binden.

Die Zukunft der Mobilität gestalten – Gründung und Mission von Mobimeo

Autorin: Lea Zander, Head of People & Organization

Aufbruchsstimmung

Zu diesem Zeit­punkt hat­ten in Deutsch­land Verkehrsver­bünde und ‑unternehmen ange­fan­gen, Apps als mobilen dig­i­tal­en Infor­ma­tion­skanal anzu­bi­eten. Diese Anwen­dun­gen beschränk­ten sich häu­fig auf eine grundle­gende Funk­tion: Die Suche nach der besten Verbindung von A nach B. Gle­ichzeit­ig kamen Mobil­ität­san­bi­eter mit Ange­boten auf den Markt, deren Geschäftsmod­ell von Anfang an dig­i­tal war. Die Shar­ing Econ­o­my wurde durch Smart­phones, die Bes­tim­mung des eige­nen Stan­dorts über GPS und den Trend zum “Teilen statt Besitzen” möglich. Inner­halb kurz­er Zeit ent­stand eine unüber­schaubare Vielfalt an Möglichkeit­en, auf neuen Wegen von A nach B zu kom­men. Gle­ichzeit­ig wurde eine Vielzahl an neuen Apps in den App-Stores veröf­fentlicht, die jew­eils eigene Kun­denkon­ten und Zahlungs­dat­en erforderten. Über­sichtlichkeit und Benutzer­fre­undlichkeit? Blieben auf der Strecke.

Unterwegs!

Mit Ange­boten wie Call a Bike und Flinkster war die Deutsche Bahn (DB) schon früh Teil dieser Entwick­lung. Die zen­trale Frage war: Wie kann aus dem “Pain” der Nutzer, der aus der Dig­i­tal­isierung ent­stand – Unüber­sichtlichkeit, Man­gel an Ver­gle­ich­barkeit und umständliche Buchung – mit den Mit­teln der Dig­i­tal­isierung ein Vorteil entstehen?

Auf­grund der Erfahrun­gen in der Dig­i­tal­isierung von Geschäftsmod­ellen und der Ver­wurzelung im Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) wurde inner­halb der DB schnell klar, dass zwis­chen der Entwick­lung neuer Mobil­itäts­for­men und der tra­di­tionell frag­men­tierten ÖPNV-Branche ein entschei­den­des Bindeglied fehlte, um nicht abge­hängt zu wer­den: Ein spezial­isiert­er Tech­nolo­gie­di­en­stleis­ter, der die Branche ken­nt und mit den Meth­o­d­en und der Geschwindigkeit eines Start-ups inno­v­a­tive Lösun­gen entwick­eln kann. Aus einem inter­nen Pro­jekt mit dem Namen “Unter­wegs” wurde inner­halb kurz­er Zeit der konkrete Plan für die Grün­dung eines neuen Unternehmens.

Kreuzberg

Schaut man heute auf die Grün­dung von Mobimeo, begin­nt alles – wie so häu­fig – mit ein­er Begeg­nung. Kalle Greven, Pro­jek­tver­ant­wortlich­er bei der DB, will mit dem neuen Unternehmen starten. Am lieb­sten sofort. Es gibt eine Idee, einen pos­i­tiv­en Busi­ness Case und das tech­nis­che Ver­ständ­nis für die Umset­zung. Es fehlt ein Mit­stre­it­er, um aus der Idee Real­ität wer­den zu lassen. Die Suche führt schnell zu einem Namen und ein Anruf zu einem Tre­f­fen. Kai Peter, Finanzierung­sex­perte und Mach­er mit Unternehmergeist aus dem Bahn-Uni­ver­sum lässt sich von Kalles Begeis­terung ansteck­en. Gemein­sam schließen sie im Som­mer 2018 zum ersten Mal die Bürotür des neuen Unternehmens in der Prinzessin­nen­straße in Berlin-Kreuzberg auf: Aus “Unter­wegs” wird die Mobimeo GmbH.

Wachstum und erste Produkte

In den ersten Monat­en ist Geschwindigkeit das Wort, das man auf den Fluren von Mobimeo am häu­fig­sten hört. Wir machen Tem­po bei der Entwick­lung der ersten Pro­duk­te – des “Min­i­mal Viable Prod­ucts” (MVP) – und wir wollen mit ihnen erste Kun­den überzeu­gen, um den Beweis anzutreten, dass wir auf dem richti­gen Weg sind.

Das junge Unternehmen wächst. Aus den zwei Grün­dern wer­den inner­halb des ersten Jahres 32 Mitar­beit­er. Schlüs­sel­funk­tio­nen wer­den beset­zt und schnell wird klar, wom­it sich Mobimeo von den gle­ichzeit­ig auf dem Markt der Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice-Lösun­gen (MaaS) auf­tauchen­den Wet­tbe­wer­ber abheben kann. Ein­er der wesentlichen Erfol­gs­fak­toren für die Zukun­ft von Mobil­ität­san­bi­etern ist, die dig­i­tale Schnittstelle zu den Kun­den auf- und auszubauen, um ihnen den besten Ser­vice zu bieten und sie an die eigene Plat­tform zu binden.

Von Anfang an ver­fol­gen wir einen part­ner­schaftlichen Ansatz. Gemein­sam mit Kun­den und Mobil­ität­san­bi­etern, entwick­eln wir White-Label-Apps und Mod­ule, die in einem ersten Schritt die Anforderun­gen des deutschen Per­so­nen­nahverkehrs aufnehmen und den Nutzern eine Alter­na­tive zu den Ange­boten inter­na­tionaler Tech-Unternehmen bieten.

Damit überzeu­gen wir kurz nacheinan­der die S‑Bahn Stuttgart, die Berlin­er Verkehrs­be­triebe (BVG) und die S‑Bahn Berlin. Das sind min­destens drei Gründe, 2020 den zweit­en Geburt­stag von Mobimeo zu feiern!

2021

Ende 2020 übern­immt Mobimeo einen Teil der moov­el Group GmbH (moov­el) die schon länger, Mobil­ität­splat­tfor­men für Kom­munen und Verkehrsver­bünde entwick­elt hat. Damit wer­den wir zu einem der größten Plat­tfor­men­twick­ler für MaaS-Anwen­dun­gen in Europa. Gemein­sam mit den bish­eri­gen Gesellschaftern von moov­el, der BMW Group und der Daim­ler Mobil­i­ty AG, bün­delt die Deutsche Bahn AG ihre Kräfte für die Entwick­lung von regionalen Mobil­ität­splat­tfor­men bei Mobimeo.

Changing the way cities move 

Wir sind davon überzeugt, dass glob­ale Lösun­gen, wie sie inter­na­tionale Tech-Unternehmen bieten,  nicht die beste Lösung für die Mobil­itäts­branche und die Nutzer sind. Um zu erre­ichen, was wir uns mit der Grün­dung von Mobimeo vorgenom­men haben, brauchen wir die lokale Per­spek­tive. Wie kön­nen wir uns so durch Städte bewe­gen, dass es ein­fach, bequem und trotz­dem gut für den Plan­eten ist? Welche Verkehrsmit­tel kön­nen wir in unsere Pro­duk­te inte­gri­eren, damit sie das attrak­tivste Ange­bot bieten?

Unsere Antwort ist eine Plat­tform, die wir gemein­sam mit starken Part­nern vor Ort weit­er entwick­eln. Und es sind Apps, die ein­fach zu bedi­enen sind und direkt zum Ziel führen.

We join forces – die ersten 100 Tage

Autor: Kai Peter, CFO

Gleiche Leidenschaft und gleiche Ziele 

Aus­gangspunkt für den Merg­er waren die Gemein­samkeit­en zwis­chen moov­el und Mobimeo: Die Mis­sion, aktiv etwas gegen den Kli­mawan­del zu tun, und die Überzeu­gung, dass eine nach­haltige Änderung der Nutzung von Mobil­ität durch Dig­i­tal­isierung erre­icht wer­den kann. Was die bei­den Unternehmen unter­schieden hat, ist ihre DNA. moov­el war Teil eines Joint-Ven­tures der Daim­ler Mobil­i­ty AG und der BMW Group und damit von zwei Auto­mo­bil­her­stellern. Mobimeo hat seine Wurzeln in der Deutschen Bahn AG und war von Anfang an eng mit dem Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) verbunden.

Trotz dieser Unter­schiede war es ein­fach, eine Brücke zu schla­gen. Auf bei­den Seit­en gab es die Lei­den­schaft, Mobil­ität neu zu denken und zu gestal­ten. Die Überzeu­gung, gemein­sam das Leben in Städten bess­er zu machen, ist der Antrieb des gemein­samen Teams. Die Zusam­me­nar­beit der Share­hold­er bietet die besten Voraus­set­zun­gen, um dieses Ziel zu erreichen.

Day 1

Start­punkt für das neue Unternehmen war der “Day 1”, der Tag an dem sich die Teams nach monate­lan­gen Pla­nun­gen und Vor­bere­itun­gen das erste Mal begeg­net sind und über konkrete Pro­jek­te sprechen kon­nten. Wegen der Coro­na-Pan­demie kon­nte der Day 1 nur virtuell stat­tfind­en. Das Hochlaufen des Zäh­lers der Teil­nehmer am Video-Call auf 170 war ein beein­druck­endes Zeichen für die Größe des Unternehmens und das Sig­nal für den Beginn der Vorstel­lung der näch­sten Schritte durch das C‑Level. Die Energie, gemein­sam etwas zu bewe­gen, war trotz des virtuellen For­mats für alle zu spüren. In Deep-Dives der einzel­nen Teams an den darauf­fol­gen­den Tagen haben wir gemerkt, dass wir schon vorher an densel­ben The­men gear­beit­et haben und dabei sich ergänzende Lösun­gen entwick­elt haben. Beim Blick auf die jew­eili­gen Tech-Stacks wurde das Poten­tial deut­lich, das aus der Kom­bi­na­tion von Know-how, Tech­nolo­gie und vorhan­de­nen Fea­tures entste­ht. 100 Tage nach dem Merg­er sind wir nun einen großen Schritt weit­er: Wir haben eine Strate­gie für das neue Unternehmen entwick­elt, schlagkräftige Teams gebildet und die Grund­la­gen für die tech­nol­o­gis­che Plat­tform geschaf­fen, mit der wir die besten Ange­bote für Kom­munen, Verkehrsver­bünde und ‑unternehmen für MaaS-Lösun­gen entwick­eln können.

Weitermachen – weiterkommen

Die Reise ist damit nicht zu Ende. Mit dem Merg­er ste­hen wir vor der Her­aus­forderung, das, was wir bish­er erre­icht haben mit dem, was vor uns liegt, zu verbinden. Bish­erige Part­ner­schaften und Verträge zuver­läs­sig fortzuset­zen ist eine der Voraus­set­zun­gen für den zukün­fti­gen Erfolg von Mobimeo. Die Stan­dar­d­isierung unser­er gemein­samen Plat­tform bildet dabei die Basis für zukün­ftiges Wach­s­tum. Gle­ichzeit­ig verän­dern sich die tech­nis­chen Möglichkeit­en und die Ansprüche der Nutzer in einem ras­an­tem Tem­po. Daher wer­den wir uns auch in Zukun­ft immer wieder neu erfind­en, um zusam­men mit unseren Part­nern Inno­va­tio­nen voranzutreiben, die den besten Zugang zu Mobil­ität bieten. Dafür wer­den wir unsere Organ­i­sa­tion weit­er­en­twick­eln und unsere Prozesse an diese Rah­menbe­din­gun­gen anpassen. In jedem Fall gilt: Es bleibt spannend!