Mobimeo Studie zum Thema Multimodalität

In Zeiten von steigenden Verkehrsaufkommen in den Metropolen immer mehr Menschen zu alternativen Mobilitätsangeboten. Laut einer Studie von Mobimeo möchten 59% der Befragten in der App ihres Verkehrsunternehmens alternative Verkehrsmittel angeboten bekommen, um schneller an ihr Ziel zu gelangen.

Die Anzahl an Sharingangeboten wächst in Städten sowie im ländlichen Raum. Wie der Carsharing-Verband BCS angibt, existierten in Deutschland in 2018 rund 2,46 Millionen Carsharing Kunden. Dies sind 350.000 mehr als 2017, was einem Plus von fast 17 Prozent entspricht. Für 2018 ist ein weiterer Anstieg zu erwarten.

Neue Anbieter auf dem Mobilitätsmarkt wie Bike-, Scooter-, oder E-Scooter Sharing fangen an, das Stadtbild nachhaltig zu prägen. Zusammen konnten diese Unternehmen bereits über 1 Milliarde US Dollar an Wachstumskapital einsammeln.

Trotz dieser Entwicklung, bleibt der wichtigste Verkehrsanbieter in Deutschland der ÖPNV. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) lag die Verkehrsleistung des ÖPNV bei 95,2 Milliarden Kilometer. Knapp 10,4 Milliarden Fahrgäste nutzten in Deutschland Busse und Bahnen im Jahr 2018 – Tendenz steigend.

Laut einer Untersuchung von Mobimeo möchten 59% der Befragten in der App ihres Verkehrsunternehmens alternative Verkehrsmittel angeboten bekommen, um schneller an ihr Ziel zu gelangen. Zeitliche Faktoren wie Verspätungen, Zeitdruck oder Zeitersparnis bewegen die Befragten dazu, auf ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen. Für die meisten Pendler gehören Verspätungen und ausfallende Bahnen zum Alltag. Ab einer Wartezeit von mehr als 10 Minuten nimmt die Bereitschaft enorm zu, nach einer Alternative wie Car- oder Bike-Sharing Ausschau zu halten.

Aus Bequemlichkeitsgründen wechseln Menschen zu Alternativen. Die Anzahl der Umstiege und die Mühsamkeit des Umstiegs, beispielsweise an großen Bahnstationen mit vielen Treppen, bestimmen hier die Wahl des Verkehrsmittels.

Natürlich spielen auch Kostenüberlegungen eine Rolle. So haben die meisten Befragten subjektive Kostenschwellen für alternative Verkehrsmittel, wie die Taxifahrt, die maximal €20 kosten darf.

Des weiteren bestimmt eine Vielzahl verschiedenster Umstände die Wahl des aktuellen Transportmittels. Naheliegende Faktoren wie Wetter oder die Notwendigkeit, Dinge von A nach B zu transportieren, werden hier genannt, ebenso wie die aktuelle Kleidung, die Erwartung an die Verfügbarkeit von Parkplätzen am Ankunftsort oder der Besitz des Führerscheins.

Nicht zuletzt sei hier auf die Verfügbarkeit des ÖPNVs hingewiesen. Wichtige Faktoren sind hier die Taktung zu Nachtzeiten, sowie die Entfernung vom Start- und Zielort. Die Verfügbarkeit von multimodalen Alternativen, wie bspw. Rollern, spielt gerade jenseits des Zentrums eine Rolle.

Kunden wünschen sich ein personalisiertes Angebot

Die Studie zeigt, dass Menschen einen bestimmten Favoriten haben, wenn es darum geht, von A nach B zu kommen. Diese Favoriten existieren auf genereller Ebene, aber auch abhängig von oben genannten Umständen. So berichten die Befragten, dass sie bestimmte Verkehrsmittel aktiv meiden. Generell geben die Befragten an, stets zu versuche die Tram oder den Bus in der Rush-Hour zu meiden.

Ferner ergab die Studie, dass Pendler häufig aus Angst vor unklaren Kosten vor dem Wechsel auf andere Mobilitätsangebote zurückschrecken. Beispiel hier wären die Umkreisrestriktionen im Rahmen von Carsharingangeboten. Sollen alternative Angebote angeboten und schließlich auch gebucht werden, so wünschen sich Nutzer, dass auf einen Blick Zeit und Kosten in übersichtlicher Weise angezeigt und auch komplizierte Kosten-Varianten verständlich erklärt werden, auch für den Fall der Fahrtzeitüberschreitung.

Aktuelle Mobilfunktarife mit ausreichendem Datenvolumen haben hier die Hemmschwelle von Downloads, selbst unterwegs, für Apps heruntergesetzt. So berichtet über die Hälfte der 500 Umfragen-Teilnehmer (59%), dass sie gerne alternative Verkehrsmittel in der App ihres Verkehrsunternehmens vorgeschlagen bekommen würden – selbst wenn die anschließende Nutzung dieser die Installation weiterer Apps zur Folge hätte.

Zur Testgruppe

Die befragten Personen waren zwischen 21-55 Jahre alt, nutzen regelmäßig ein Smartphone und mobile Nahverkehrs-Apps. Sie waren alle im Besitz eines Führerscheins der Klasse B. 50% der Befragten waren dabei Inhaber eines Abos oder einer Zeitkarte bei einem Verkehrsverbund oder -betrieb.

Es wurden zu gleichen Teilen männliche und weibliche Teilnehmer aus ganz Deutschland befragt. Im Bereich Multimodalität wurde untersucht, inwiefern Personen bereit sind, während der Fahrt multimodale Angebote in Anspruch zu nehmen, welche Einflussfaktoren es auf die Wahl dieser gibt und wie die Zahlungsbereitschaft für derartige Angebote zu bewerten ist.