Covid-19 und die Folgen für MaaS

Mai 28, 2021
3 min

Home-Office und Mobilität
im New Normal

Am sicht­barsten wird diese Verän­derung durch die Etablierung von Home-Offices als reale Alter­na­tive zum reg­ulären Arbeit­splatz. Zwar wäre dies tech­nisch schon seit Jahren durch die Ein­führung des “Dig­i­tal Work­place” durch Unternehmen und Organ­i­sa­tio­nen möglich gewe­sen, aber erst durch die gegen­wär­tige Gesund­heit­skrise hat sich das Home-Office in der Arbeitswelt durchge­set­zt. Wesentlich­es Merk­mal ist eine höhere Flex­i­bil­isierung der Arbeit. Arbeit­szeit­en und Arbeit­sort sind nicht mehr zwin­gend fest­gelegt. Das schafft sowohl neue Frei­heit­en als auch Bedürfnisse nach mehr Flex­i­bil­ität in anderen Bere­ichen wie der Mobilität.

Daneben ist es vor allem die Pan­demie selb­st, die neue Maßstäbe in der Mobil­ität set­zt. Lock­down, Aus­gangssper­ren, beschränk­te Bewe­gungsra­di­en sowie das Gebot, Abstand zu hal­ten, schränken die Mobil­ität in der Bevölkerung stark ein. Dabei set­zen die Deutschen ver­mehrt auf das Fahrrad, auf ihr eigenes Auto oder gehen zu Fuß, wie eine Studie von For­sa zeigt. Auch Shar­ing-Mod­elle gewin­nen an Beliebtheit. Große Ver­lier­er sind dage­gen die öffentlichen Verkehrsmit­tel. Abstands­ge­bote sowie der Weg­fall von Fahrten zum Arbeit­splatz treiben diese Entwick­lung. Die Unternehmens­ber­atung Deloitte kommt daher zum Urteil, dass mit der Pan­demie “die Stunde des Indi­vid­u­alverkehrs” geschla­gen habe.

Entwicklungen sind nachhaltig

Dabei wird sicht­bar: Die indi­vidu­ellen Präferen­zen hän­gen von Gewohn­heit­en ab, die schon vor der Pan­demie bestanden haben. Autofahrer:innen, die ein pri­vates Fahrzeug besitzen, neigen dazu, es ver­mehrt zu nutzen. Wer dage­gen den Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) genutzt hat, legt nun mehr Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Shar­ing-Fahrzeu­gen zurück – oder kom­biniert ver­schiedene Verkehrsmit­tel, wie McK­in­sey angibt.

Mehr als ein Jahr nach der Krise zeigt sich, dass diese Entwick­lung kein kurzfristiger Trend ist. Der Ver­band Deutsch­er Verkehrsun­ternehmen (VDV) stellt fest, dass die ÖPNV-Nutzung auch während der Lockerun­gen im Som­mer 2020 weit unter dem Vorkrisen­niveau lag. Eine Umfrage von For­sa im Auf­trag der Deutschen Energie-Agen­tur (dena) ergab, dass 61 Prozent der Deutschen davon aus­ge­hen, ihr aktuelles Mobil­itätsver­hal­ten auch nach der Pan­demie beizubehalten.

Mehr Flexibilität und Multimodalität sind gefragt

Viele Mitarbeiter:innen begrüßen die neue flex­i­blere Mobil­ität und die Möglichkeit, sit­u­a­tiv zwis­chen ver­schiede­nen Optio­nen entschei­den zu kön­nen. Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde kom­men diesem gestiege­nen Bedürf­nis nach Flex­i­bil­ität nach und machen ihren Kun­den flex­i­blere Ange­bote. Das klas­sis­che Abo-Mod­ell ver­liert aktuell im ÖPNV an Bedeu­tung. Der VDV stellt fest, dass die Abo-Kündi­gun­gen nicht zu Beginn der Pan­demie, son­dern erst im weit­eren Ver­lauf ihren bish­eri­gen Höhep­unkt erre­icht­en. Daraus ist zu schließen, dass der klas­sis­che ÖPNV den Mobil­itäts­bedürfnis­sen während der Pan­demie nicht gerecht wird. Eine Antwort auf diese Entwick­lung ist die Entwick­lung neuer Tick­et-Mod­elle. Beispiel­sweise hat der Verkehrsver­bund Stuttgart (VVS) ein neues 10er-Tage­stick­et einge­führt, das flex­i­bel an frei wählbaren Tagen einge­set­zt wer­den kann.

Daneben gibt es weit­ere inno­v­a­tive Ansätze. Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter:innen zunehmend statt eines Jobtick­ets ein Mobil­itäts­bud­get an, das zum Teil sog­ar den Dienst­wa­gen erset­zt. Das durch den Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung gestellte Guthaben ste­ht für Fahrten mit dem ÖPNV, Shar­ing-Fahrzeu­gen oder dem Taxi zur freien Ver­fü­gung. Ange­boten wird es schon heute z. B. von SAP, der Stadt Bre­men oder Fros­ta. Angestellte kön­nen so selb­st entschei­den, wie sie sich mit öffentlichen Verkehrsmit­teln fort­be­we­gen möchten.

Mobimeos Problem-Solution-Fit

Mobimeo unter­stützt Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde dabei, Antworten auf das sich verän­dernde Nutzungsver­hal­ten zu find­en. Dabei kommt uns zugute, dass wir mit der Kom­bi­na­tion aus Branchen-Know-how, tech­nol­o­gis­ch­er Kom­pe­tenz und Pro­duk­tver­ständ­nis inno­v­a­tive Lösun­gen entwick­eln, die die Bedürfnisse von Mobil­ität­san­bi­etern und Nutzern erfüllen. White-Label-Apps, die auf der MaaS-Plat­tform von Mobimeo auf­bauen, bieten die ganze Band­bre­ite lokaler Mobil­ität. Die Plat­tform ist dabei offen für regionale Anforderun­gen wie spez­i­fis­che Tar­if­sys­teme und Daten­quellen. Mit der Inte­gra­tion von Routen mit dem pri­vat­en Fahrrad, län­gere Streck­en, die zu Fuß zurück­gelegt wer­den, kon­tak­t­losem Bezahlen und der Anzeige von aktuellen Infor­ma­tio­nen haben wir kurzfristig ganz konkrete Anforderun­gen, die sich aus der Pan­demie ergeben haben, in diesen Apps umgesetzt.

Die möglichen Fol­gen der Coro­na-Pan­demie auf den Kauf von Abos und die wach­sende Flex­i­bil­ität bei der Auswahl von Verkehrsmit­teln machen den Auf- und Aus­bau ein­er dig­i­tal­en Kun­den­schnittstelle noch wichtiger als zuvor: Als Mit­tel der Kun­den­bindung, zur Gewin­nung neuer Nutzer­grup­pen und als Vertriebskanal.

Noch ist nicht abse­hbar, wie sich die Impfkam­pag­nen, das Auftreten von Vari­anten und etwaige Lockerun­gen der Coro­na-Maß­nah­men mit­tel- bis langfristig auf den Ver­lauf der Pan­demie auswirken. Umso wichtiger ist es, mit Hil­fe dig­i­taler Ange­bote auch kurzfristig auf ein sich ändern­des Nutzungsver­hal­ten reagieren zu können.

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