Covid-19 und die Folgen für MaaS

Mai 4, 2021
3 min
Die Corona-Pandemie hat sich auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens ausgewirkt. Auch mit Blick auf die Mobilität hat die Krise für noch nie da gewesene Verhältnisse gesorgt und Entwicklungen beschleunigt, die sich sonst wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisiert hätten. Mobility-as-a-Service (MaaS) kann eine Lösung für Mobilitätsanbieter sein, um mit den Folgen der Pandemie umzugehen.
Die Corona-Pandemie hat sich auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens ausgewirkt. Auch mit Blick auf die Mobilität hat die Krise für noch nie da gewesene Verhältnisse gesorgt und Entwicklungen beschleunigt, die sich sonst wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisiert hätten. Mobility-as-a-Service (MaaS) kann eine Lösung für Mobilitätsanbieter sein, um mit den Folgen der Pandemie umzugehen.

Home-Office und Mobilität im New Normal

Am sicht­barsten wird diese Verän­derung durch die Etablierung von Home-Offices als reale Alter­na­tive zum reg­ulären Arbeit­splatz. Zwar wäre dies tech­nisch schon seit Jahren durch die Ein­führung des “Dig­i­tal Work­place” durch Unternehmen und Organ­i­sa­tio­nen möglich gewe­sen, aber erst durch die gegen­wär­tige Gesund­heit­skrise hat sich das Home-Office in der Arbeitswelt durchge­set­zt. Wesentlich­es Merk­mal ist eine höhere Flex­i­bil­isierung der Arbeit. Arbeit­szeit­en und Arbeit­sort sind nicht mehr zwin­gend fest­gelegt. Das schafft sowohl neue Frei­heit­en als auch Bedürfnisse nach mehr Flex­i­bil­ität in anderen Bere­ichen wie der Mobilität.

Daneben ist es vor allem die Pan­demie selb­st, die neue Maßstäbe in der Mobil­ität set­zt. Lock­down, Aus­gangssper­ren, beschränk­te Bewe­gungsra­di­en sowie das Gebot, Abstand zu hal­ten, schränken die Mobil­ität in der Bevölkerung stark ein. Dabei set­zen die Deutschen ver­mehrt auf das Fahrrad, auf ihr eigenes Auto oder gehen zu Fuß, wie eine Studie von For­sa zeigt. Auch Shar­ing-Mod­elle gewin­nen an Beliebtheit. Große Ver­lier­er sind dage­gen die öffentlichen Verkehrsmit­tel. Abstands­ge­bote sowie der Weg­fall von Fahrten zum Arbeit­splatz treiben diese Entwick­lung. Die Unternehmens­ber­atung Deloitte kommt daher zum Urteil, dass mit der Pan­demie “die Stunde des Indi­vid­u­alverkehrs” geschla­gen habe.

Entwicklungen sind nachhaltig

Dabei wird sicht­bar: Die indi­vidu­ellen Präferen­zen hän­gen von Gewohn­heit­en ab, die schon vor der Pan­demie bestanden haben. Autofahrer:innen, die ein pri­vates Fahrzeug besitzen, neigen dazu, es ver­mehrt zu nutzen. Wer dage­gen den Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) genutzt hat, legt nun mehr Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Shar­ing-Fahrzeu­gen zurück – oder kom­biniert ver­schiedene Verkehrsmit­tel, wie McK­in­sey angibt.

Mehr als ein Jahr nach der Krise zeigt sich, dass diese Entwick­lung kein kurzfristiger Trend ist. Der Ver­band Deutsch­er Verkehrsun­ternehmen (VDV) stellt fest, dass die ÖPNV-Nutzung auch während der Lockerun­gen im Som­mer 2020 weit unter dem Vorkrisen­niveau lag. Eine Umfrage von For­sa im Auf­trag der Deutschen Energie-Agen­tur (dena) ergab, dass 61 Prozent der Deutschen davon aus­ge­hen, ihr aktuelles Mobil­itätsver­hal­ten auch nach der Pan­demie beizubehalten.

Mehr Flexibilität und Multimodalität sind gefragt

Viele Mitarbeiter:innen begrüßen die neue flex­i­blere Mobil­ität und die Möglichkeit, sit­u­a­tiv zwis­chen ver­schiede­nen Optio­nen entschei­den zu kön­nen. Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde kom­men diesem gestiege­nen Bedürf­nis nach Flex­i­bil­ität nach und machen ihren Kun­den flex­i­blere Ange­bote. Das klas­sis­che Abo-Mod­ell ver­liert aktuell im ÖPNV an Bedeu­tung. Der VDV stellt fest, dass die Abo-Kündi­gun­gen nicht zu Beginn der Pan­demie, son­dern erst im weit­eren Ver­lauf ihren bish­eri­gen Höhep­unkt erre­icht­en. Daraus ist zu schließen, dass der klas­sis­che ÖPNV den Mobil­itäts­bedürfnis­sen während der Pan­demie nicht gerecht wird. Eine Antwort auf diese Entwick­lung ist die Entwick­lung neuer Tick­et-Mod­elle. Beispiel­sweise hat der Verkehrsver­bund Stuttgart (VVS) ein neues 10er-Tage­stick­et einge­führt, das flex­i­bel an frei wählbaren Tagen einge­set­zt wer­den kann.

Daneben gibt es weit­ere inno­v­a­tive Ansätze. Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter:innen zunehmend statt eines Jobtick­ets ein Mobil­itäts­bud­get an, das zum Teil sog­ar den Dienst­wa­gen erset­zt. Das durch den Arbeit­ge­ber zur Ver­fü­gung gestellte Guthaben ste­ht für Fahrten mit dem ÖPNV, Shar­ing-Fahrzeu­gen oder dem Taxi zur freien Ver­fü­gung. Ange­boten wird es schon heute z. B. von SAP, der Stadt Bre­men oder Fros­ta. Angestellte kön­nen so selb­st entschei­den, wie sie sich mit öffentlichen Verkehrsmit­teln fort­be­we­gen möchten.

Mobimeos Problem-Solution-Fit

Mobimeo unter­stützt Verkehrsun­ternehmen und ‑ver­bünde dabei, Antworten auf das sich verän­dernde Nutzungsver­hal­ten zu find­en. Dabei kommt uns zugute, dass wir mit der Kom­bi­na­tion aus Branchen-Know-how, tech­nol­o­gis­ch­er Kom­pe­tenz und Pro­duk­tver­ständ­nis inno­v­a­tive Lösun­gen entwick­eln, die die Bedürfnisse von Mobil­ität­san­bi­etern und Nutzern erfüllen. White-Label-Apps, die auf der MaaS-Plat­tform von Mobimeo auf­bauen, bieten die ganze Band­bre­ite lokaler Mobil­ität. Die Plat­tform ist dabei offen für regionale Anforderun­gen wie spez­i­fis­che Tar­if­sys­teme und Daten­quellen. Mit der Inte­gra­tion von Routen mit dem pri­vat­en Fahrrad, län­gere Streck­en, die zu Fuß zurück­gelegt wer­den, kon­tak­t­losem Bezahlen und der Anzeige von aktuellen Infor­ma­tio­nen haben wir kurzfristig ganz konkrete Anforderun­gen, die sich aus der Pan­demie ergeben haben, in diesen Apps umgesetzt.

Die möglichen Fol­gen der Coro­na-Pan­demie auf den Kauf von Abos und die wach­sende Flex­i­bil­ität bei der Auswahl von Verkehrsmit­teln machen den Auf- und Aus­bau ein­er dig­i­tal­en Kun­den­schnittstelle noch wichtiger als zuvor: Als Mit­tel der Kun­den­bindung, zur Gewin­nung neuer Nutzer­grup­pen und als Vertriebskanal.

Noch ist nicht abse­hbar, wie sich die Impfkam­pag­nen, das Auftreten von Vari­anten und etwaige Lockerun­gen der Coro­na-Maß­nah­men mit­tel- bis langfristig auf den Ver­lauf der Pan­demie auswirken. Umso wichtiger ist es, mit Hil­fe dig­i­taler Ange­bote auch kurzfristig auf ein sich ändern­des Nutzungsver­hal­ten reagieren zu können.

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