Covid-19 und die Folgen für MaaS

Die Corona-Pandemie hat sich auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens ausgewirkt. Auch mit Blick auf die Mobilität hat die Krise für noch nie da gewesene Verhältnisse gesorgt und Entwicklungen beschleunigt, die sich sonst wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisiert hätten. Mobility-as-a-Service (MaaS) kann eine Lösung für Mobilitätsanbieter sein, um mit den Folgen der Pandemie umzugehen.

Home-Office und Mobilität im New Normal

Am sichtbarsten wird diese Veränderung durch die Etablierung von Home-Offices als reale Alternative zum regulären Arbeitsplatz. Zwar wäre dies technisch schon seit Jahren durch die Einführung des “Digital Workplace” durch Unternehmen und Organisationen möglich gewesen, aber erst durch die gegenwärtige Gesundheitskrise hat sich das Home-Office in der Arbeitswelt durchgesetzt. Wesentliches Merkmal ist eine höhere Flexibilisierung der Arbeit. Arbeitszeiten und Arbeitsort sind nicht mehr zwingend festgelegt. Das schafft sowohl neue Freiheiten als auch Bedürfnisse nach mehr Flexibilität in anderen Bereichen wie der Mobilität.

Daneben ist es vor allem die Pandemie selbst, die neue Maßstäbe in der Mobilität setzt. Lockdown, Ausgangssperren, beschränkte Bewegungsradien sowie das Gebot, Abstand zu halten, schränken die Mobilität in der Bevölkerung stark ein. Dabei setzen die Deutschen vermehrt auf das Fahrrad, auf ihr eigenes Auto oder gehen zu Fuß, wie eine Studie von Forsa zeigt. Auch Sharing-Modelle gewinnen an Beliebtheit. Große Verlierer sind dagegen die öffentlichen Verkehrsmittel. Abstandsgebote sowie der Wegfall von Fahrten zum Arbeitsplatz treiben diese Entwicklung. Die Unternehmensberatung Deloitte kommt daher zum Urteil, dass mit der Pandemie “die Stunde des Individualverkehrs” geschlagen habe.

Entwicklungen sind nachhaltig

Dabei wird sichtbar: Die individuellen Präferenzen hängen von Gewohnheiten ab, die schon vor der Pandemie bestanden haben. Autofahrer:innen, die ein privates Fahrzeug besitzen, neigen dazu, es vermehrt zu nutzen. Wer dagegen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) genutzt hat, legt nun mehr Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Sharing-Fahrzeugen zurück – oder kombiniert verschiedene Verkehrsmittel, wie McKinsey angibt.

Mehr als ein Jahr nach der Krise zeigt sich, dass diese Entwicklung kein kurzfristiger Trend ist. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) stellt fest, dass die ÖPNV-Nutzung auch während der Lockerungen im Sommer 2020 weit unter dem Vorkrisenniveau lag. Eine Umfrage von Forsa im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) ergab, dass 61 Prozent der Deutschen davon ausgehen, ihr aktuelles Mobilitätsverhalten auch nach der Pandemie beizubehalten.

Mehr Flexibilität und Multimodalität sind gefragt

Viele Mitarbeiter:innen begrüßen die neue flexiblere Mobilität und die Möglichkeit, situativ zwischen verschiedenen Optionen entscheiden zu können. Verkehrsunternehmen und -verbünde kommen diesem gestiegenen Bedürfnis nach Flexibilität nach und machen ihren Kunden flexiblere Angebote. Das klassische Abo-Modell verliert aktuell im ÖPNV an Bedeutung. Der VDV stellt fest, dass die Abo-Kündigungen nicht zu Beginn der Pandemie, sondern erst im weiteren Verlauf ihren bisherigen Höhepunkt erreichten. Daraus ist zu schließen, dass der klassische ÖPNV den Mobilitätsbedürfnissen während der Pandemie nicht gerecht wird. Eine Antwort auf diese Entwicklung ist die Entwicklung neuer Ticket-Modelle. Beispielsweise hat der Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) ein neues 10er-Tagesticket eingeführt, das flexibel an frei wählbaren Tagen eingesetzt werden kann.

Daneben gibt es weitere innovative Ansätze. Unternehmen bieten ihren Mitarbeiter:innen zunehmend statt eines Jobtickets ein Mobilitätsbudget an, das zum Teil sogar den Dienstwagen ersetzt. Das durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellte Guthaben steht für Fahrten mit dem ÖPNV, Sharing-Fahrzeugen oder dem Taxi zur freien Verfügung. Angeboten wird es schon heute z. B. von SAP, der Stadt Bremen oder Frosta. Angestellte können so selbst entscheiden, wie sie sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen möchten.

Mobimeos Problem-Solution-Fit

Mobimeo unterstützt Verkehrsunternehmen und -verbünde dabei, Antworten auf das sich verändernde Nutzungsverhalten zu finden. Dabei kommt uns zugute, dass wir mit der Kombination aus Branchen-Know-how, technologischer Kompetenz und Produktverständnis innovative Lösungen entwickeln, die die Bedürfnisse von Mobilitätsanbietern und Nutzern erfüllen. White-Label-Apps, die auf der MaaS-Plattform von Mobimeo aufbauen, bieten die ganze Bandbreite lokaler Mobilität. Die Plattform ist dabei offen für regionale Anforderungen wie spezifische Tarifsysteme und Datenquellen. Mit der Integration von Routen mit dem privaten Fahrrad, längere Strecken, die zu Fuß zurückgelegt werden, kontaktlosem Bezahlen und der Anzeige von aktuellen Informationen haben wir kurzfristig ganz konkrete Anforderungen, die sich aus der Pandemie ergeben haben, in diesen Apps umgesetzt.

Die möglichen Folgen der Corona-Pandemie auf den Kauf von Abos und die wachsende Flexibilität bei der Auswahl von Verkehrsmitteln machen den Auf- und Ausbau einer digitalen Kundenschnittstelle noch wichtiger als zuvor: Als Mittel der Kundenbindung, zur Gewinnung neuer Nutzergruppen und als Vertriebskanal.

Noch ist nicht absehbar, wie sich die Impfkampagnen, das Auftreten von Varianten und etwaige Lockerungen der Corona-Maßnahmen mittel- bis langfristig auf den Verlauf der Pandemie auswirken. Umso wichtiger ist es, mit Hilfe digitaler Angebote auch kurzfristig auf ein sich änderndes Nutzungsverhalten reagieren zu können.


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