Die Zukunft der Mobilität gestalten – Gründung und Mission von Mobimeo

Februar 23, 2021
3 min
Die Corona-Pandemie hat sich auf fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens ausgewirkt. Auch mit Blick auf die Mobilität hat die Krise für noch nie da gewesene Verhältnisse gesorgt und Entwicklungen beschleunigt, die sich sonst wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisiert hätten. Mobility-as-a-Service (MaaS) kann eine Lösung für Mobilitätsanbieter sein, um mit den Folgen der Pandemie umzugehen.
Mobilität ist im Begriff, sich stark zu wandeln. Neue Mobilitätsformen, Sharing-Modelle und smarte Technologien machen diesen Wandel auf der technischen Seite aus. Außerdem wollen wir in unserem Alltag flexibler, freier und nachhaltiger handeln. Mal suchen wir Entschleunigung, mal sind wir auf Schnelligkeit angewiesen. Mal wollen wir das Lenkrad selbst in der Hand haben, mal uns einfach entspannt zurücklehnen. 2017 entstand die Idee, eine App als Schlüssel für diese sich verändernde Mobilitätswelt zu schaffen und den Zugang zu allen Angeboten zu vereinfachen.
Autorin: Lea Zander, Head of People & Organization

Aufbruchsstimmung

Zu diesem Zeit­punkt hat­ten in Deutsch­land Verkehrsver­bünde und ‑unternehmen ange­fan­gen, Apps als mobilen dig­i­tal­en Infor­ma­tion­skanal anzu­bi­eten. Diese Anwen­dun­gen beschränk­ten sich häu­fig auf eine grundle­gende Funk­tion: Die Suche nach der besten Verbindung von A nach B. Gle­ichzeit­ig kamen Mobil­ität­san­bi­eter mit Ange­boten auf den Markt, deren Geschäftsmod­ell von Anfang an dig­i­tal war. Die Shar­ing Econ­o­my wurde durch Smart­phones, die Bes­tim­mung des eige­nen Stan­dorts über GPS und den Trend zum “Teilen statt Besitzen” möglich. Inner­halb kurz­er Zeit ent­stand eine unüber­schaubare Vielfalt an Möglichkeit­en, auf neuen Wegen von A nach B zu kom­men. Gle­ichzeit­ig wurde eine Vielzahl an neuen Apps in den App-Stores veröf­fentlicht, die jew­eils eigene Kun­denkon­ten und Zahlungs­dat­en erforderten. Über­sichtlichkeit und Benutzer­fre­undlichkeit? Blieben auf der Strecke.

Unterwegs!

Mit Ange­boten wie Call a Bike und Flinkster war die Deutsche Bahn (DB) schon früh Teil dieser Entwick­lung. Die zen­trale Frage war: Wie kann aus dem “Pain” der Nutzer, der aus der Dig­i­tal­isierung ent­stand – Unüber­sichtlichkeit, Man­gel an Ver­gle­ich­barkeit und umständliche Buchung – mit den Mit­teln der Dig­i­tal­isierung ein Vorteil entstehen?

Auf­grund der Erfahrun­gen in der Dig­i­tal­isierung von Geschäftsmod­ellen und der Ver­wurzelung im Öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV) wurde inner­halb der DB schnell klar, dass zwis­chen der Entwick­lung neuer Mobil­itäts­for­men und der tra­di­tionell frag­men­tierten ÖPNV-Branche ein entschei­den­des Bindeglied fehlte, um nicht abge­hängt zu wer­den: Ein spezial­isiert­er Tech­nolo­gie­di­en­stleis­ter, der die Branche ken­nt und mit den Meth­o­d­en und der Geschwindigkeit eines Start-ups inno­v­a­tive Lösun­gen entwick­eln kann. Aus einem inter­nen Pro­jekt mit dem Namen “Unter­wegs” wurde inner­halb kurz­er Zeit der konkrete Plan für die Grün­dung eines neuen Unternehmens.

Kreuzberg

Schaut man heute auf die Grün­dung von Mobimeo, begin­nt alles – wie so häu­fig – mit ein­er Begeg­nung. Kalle Greven, Pro­jek­tver­ant­wortlich­er bei der DB, will mit dem neuen Unternehmen starten. Am lieb­sten sofort. Es gibt eine Idee, einen pos­i­tiv­en Busi­ness Case und das tech­nis­che Ver­ständ­nis für die Umset­zung. Es fehlt ein Mit­stre­it­er, um aus der Idee Real­ität wer­den zu lassen. Die Suche führt schnell zu einem Namen und ein Anruf zu einem Tre­f­fen. Kai Peter, Finanzierung­sex­perte und Mach­er mit Unternehmergeist aus dem Bahn-Uni­ver­sum lässt sich von Kalles Begeis­terung ansteck­en. Gemein­sam schließen sie im Som­mer 2018 zum ersten Mal die Bürotür des neuen Unternehmens in der Prinzessin­nen­straße in Berlin-Kreuzberg auf: Aus “Unter­wegs” wird die Mobimeo GmbH.

Wachstum und erste Produkte

In den ersten Monat­en ist Geschwindigkeit das Wort, das man auf den Fluren von Mobimeo am häu­fig­sten hört. Wir machen Tem­po bei der Entwick­lung der ersten Pro­duk­te – des “Min­i­mal Viable Prod­ucts” (MVP) – und wir wollen mit ihnen erste Kun­den überzeu­gen, um den Beweis anzutreten, dass wir auf dem richti­gen Weg sind.

Das junge Unternehmen wächst. Aus den zwei Grün­dern wer­den inner­halb des ersten Jahres 32 Mitar­beit­er. Schlüs­sel­funk­tio­nen wer­den beset­zt und schnell wird klar, wom­it sich Mobimeo von den gle­ichzeit­ig auf dem Markt der Mobil­i­ty-as-a-Ser­vice-Lösun­gen (MaaS) auf­tauchen­den Wet­tbe­wer­ber abheben kann. Ein­er der wesentlichen Erfol­gs­fak­toren für die Zukun­ft von Mobil­ität­san­bi­etern ist, die dig­i­tale Schnittstelle zu den Kun­den auf- und auszubauen, um ihnen den besten Ser­vice zu bieten und sie an die eigene Plat­tform zu binden.

Von Anfang an ver­fol­gen wir einen part­ner­schaftlichen Ansatz. Gemein­sam mit Kun­den und Mobil­ität­san­bi­etern, entwick­eln wir White-Label-Apps und Mod­ule, die in einem ersten Schritt die Anforderun­gen des deutschen Per­so­nen­nahverkehrs aufnehmen und den Nutzern eine Alter­na­tive zu den Ange­boten inter­na­tionaler Tech-Unternehmen bieten.

Damit überzeu­gen wir kurz nacheinan­der die S‑Bahn Stuttgart, die Berlin­er Verkehrs­be­triebe (BVG) und die S‑Bahn Berlin. Das sind min­destens drei Gründe, 2020 den zweit­en Geburt­stag von Mobimeo zu feiern!

2021

Ende 2020 übern­immt Mobimeo einen Teil der moov­el Group GmbH (moov­el) die schon länger, Mobil­ität­splat­tfor­men für Kom­munen und Verkehrsver­bünde entwick­elt hat. Damit wer­den wir zu einem der größten Plat­tfor­men­twick­ler für MaaS-Anwen­dun­gen in Europa. Gemein­sam mit den bish­eri­gen Gesellschaftern von moov­el, der BMW Group und der Daim­ler Mobil­i­ty AG, bün­delt die Deutsche Bahn AG ihre Kräfte für die Entwick­lung von regionalen Mobil­ität­splat­tfor­men bei Mobimeo.

Changing the way cities move 

Wir sind davon überzeugt, dass glob­ale Lösun­gen, wie sie inter­na­tionale Tech-Unternehmen bieten,  nicht die beste Lösung für die Mobil­itäts­branche und die Nutzer sind. Um zu erre­ichen, was wir uns mit der Grün­dung von Mobimeo vorgenom­men haben, brauchen wir die lokale Per­spek­tive. Wie kön­nen wir uns so durch Städte bewe­gen, dass es ein­fach, bequem und trotz­dem gut für den Plan­eten ist? Welche Verkehrsmit­tel kön­nen wir in unsere Pro­duk­te inte­gri­eren, damit sie das attrak­tivste Ange­bot bieten?

Unsere Antwort ist eine Plat­tform, die wir gemein­sam mit starken Part­nern vor Ort weit­er entwick­eln. Und es sind Apps, die ein­fach zu bedi­enen sind und direkt zum Ziel führen.

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